NewsMedizinLiquor-Proteom-­Signatur liefert Biomarker­kandidaten für Alzheimer und Parkinson
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Liquor-Proteom-­Signatur liefert Biomarker­kandidaten für Alzheimer und Parkinson

Donnerstag, 30. Juni 2022

/SciePro, stock.adobe.com

Tübingen – Präklinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass das krankheitsbedingt veränderte Liquor-Proteom Biomarkerkandidaten bei neurodegenerativen Erkrankungen enthält. Bei Alzheimer und Parkinson wären weitere diagnostische Möglichkeiten beispielsweise zur Risikostratifizierung von Patienten und für das Monitoring der Wirksamkeit von Therapeutika erstrebenswert.

Aufgrund erheblicher genetischer Heterogenität und Komorbidität sind solche Analysen in menschlichen Kohorten nur schwer realisierbar. Im Gegensatz dazu zeigen genetisch definierte Mausmodelle eine minimale individuelle Variabilität oder andere Störfaktoren.

Daher haben Tübinger Forscher nach molekularen Biomarkern im Liquor-Proteom von entsprechenden Maus­modellen für Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson gesucht, um Rückschlüsse auf die dynamischen Entzündungs­prozesse im Gehirn bei neurologischen Erkrankungen ziehen zu können (PNAS 2022; DOI: 10.1073/pnas.2119804119).

Mittels moderner Messtechniken, wie LC–MS (Liquid chromatography–mass spectrometry, Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie) könnten mehr als 600 Kandidaten analysiert werden.

„Wir fanden heraus, dass die Konzentration von 25 Eiweißen bei beiden Mausmodellen gegenüber gleichaltrigen, gesunden Tieren verändert war“, schilderte Studienautor Stephan Käser vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen.

Auffällig war, dass 20 dieser Eiweiße von Gliazellen stammten oder mit diesen in Verbindung gebracht wer­den können, die auch im menschlichen Liquor vorkommen. Damit wurde ein Panel an Glia-Liquor-Proteinen identifiziert, das weitgehend mit den transkriptomischen Veränderungen bzw. zerebralen Proteopathien übereinstimmten, schlussfolgern die Studienautoren.

Die identifizierten Proteine zeigen beispielsweise ähnliche Veränderungen wie bei Alzheimer-Patienten, was ihre Relevanz als Biomarkerkandidaten im Stadium der Gliaaktivierng bei Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen unterstreicht.

Die Erkenntnis, dass Transkriptom-Veränderungen auf zellulärer Ebene entsprechende Veränderungen des Liquorproteoms zur Folge haben, ist von klinischer Relevanz und unterstützt weitere Forschungsaktivitäten in diesem Bereich, regen die Forscher an.

Die entdeckten Biomarkerkandidaten liefert die Basis dafür, Entzündungsreak­tionen im Liquor als Biomarker zur Optimierung der Patientenversorgung nutzbar zu machen. Das identifizierte Panel von Liquorproteinen hat das Potenzial, neuroinflammatorische Krankheitsstadien beim Menschen zu differenzieren und zu überwachen, so das Fazit. © cw/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER