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Medizin

Schnellere antimikrobielle Therapie bei Sepsis führt nicht zu wahllosem Antibiotikaeinsatz

Freitag, 1. Juli 2022

/Zerbor, stock.adobe.com

Ann Arbor – Patienten mit Sepsis sollen möglichst rasch mit einem Antibiotikum behandelt werden. Eine große Kohortenstudie aus den USA zeigt, dass es möglich ist, bei Sepsis „die Zeit bis zur Verabreichung eines Antibiotikums zu verkürzen, ohne dass dies zu wahllosem Antibiotikaeinsatz führt“, wie die Autoren in JAMA Internal Medicine berichten (2022; DOI: 10.1001/jamainternmed.2022.2291).

Eine verzögerte antibiotische Therapie ist bei Sepsis mit einer höheren Mortalität assoziiert. Aber die korrekte Diagnose einer Sepsis in Echtzeit ist nicht einfach. Experten befürchten deshalb den unnötigen Einsatz von Antibiotika bei Patienten, die gar keine Sepsis haben.

In die Kohortenstudie wurden Patienten eingeschlossen, die von 2013-2018 in eines von 152 US-Kranken­häusern aufgenommen wurden. Die Hospitalisierung erfolgte über die Notaufnahme, da sie mindestens 2 Kriterien für ein Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) erfüllten.

Patienten werden rascher behandelt

Von den insgesamt 1.559.523 hospitalisierten Patienten erfüllten 273.255 (17,5 %) objektive Kriterien für eine Sepsis. Erstautorin Hallie C. Prescott vom Department of Internal Medicine der University of Michigan in Ann Arbor und ihre Kollegen berichten, dass die mediane Zeit bis zur ersten Antibiotikagabe bei Sepsispa­tienten um 37 Minuten abgenommen habe – von 4,7 Stunden in 2013 auf 3,9 Stunden in 2018.

Im gleichen Zeitraum hätten auch der Antibiotikaeinsatz innerhalb von 48 Stunden, die Zahl der Tage mit Antibiotikatherapie und die Verabreichung von Breitband-Antibiotika in der größeren Kohorte von Patienten mit SIRS abgenommen, ergänzen sie.

Antibiotikaeinsatz ging sogar zurück

Sowohl bei den Patienten mit SIRS als auch bei den Patienten mit Sepsis reduzierten sich im Studienzeitraum die Krankenhausmortalität, die 30-Tage-Mortalität, die Länge des Krankenhausaufenthaltes und der Nachweis von multiresistenten Erregern in (Blut) Kulturen.

„Bei der Untersuchung krankenhausspezifischer Trends zeigte sich, dass die Rückgänge beim Antibiotikaein­satz, den Therapietagen und der Breite der antibiotischen Abdeckung bei Patienten mit SIRS sich nicht von denen bei Patienten mit Sepsis unterschieden“, schreiben Prescott und ihre Koautoren.

Insgesamt gebe es keine Evidenz dafür, dass eine beschleunigte Antibiotika­therapie bei Sepsis mit einem erhöhten Antibiotikaeinsatz oder einem verschlech­terten Antibiotic Stewardship assoziiert sei. © nec/aerzteblatt.de

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