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RKI meldet deutlich mehr Intensivbehandlungen von Coronainfizierten

Freitag, 1. Juli 2022

/picture alliance, Bodo Schackow

Berlin – Angesichts steigender Infektionszahlen hat sich die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Pa­tienten mit SARS-CoV-2 in Deutschland deutlich erhöht. Das geht aus dem gestern Abend veröffentlichten Wochenbericht zur Pandemielage des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

Demnach stieg die Zahl bundesweit in der vergangenen Woche stark und lag vorgestern bei 934. Am Mitt­woch vergangener Woche waren es noch 780. Insgesamt stieg laut RKI in der vergangenen Woche zugleich auch die Zahl der Krankenhausbehandlungen von Patienten mit schwereren Coronaverläufen, betroffen waren weiterhin vor allem ältere Menschen über 80 Jahre.

Der Behörde zufolge gibt es zwar keine Hinweise darauf, dass die auch in Deutschland inzwischen längst dominierende Omikron-Variante des Virus gefährlicher wäre als frühere Varianten. Allerdings steigt allein durch die starke Zunahme an Infektionen auch die Zahl schwerer Verläufe.

Bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gab es in der vergangenen Woche einen Anstieg um 38 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, wie aus dem Bericht des RKI hervorgeht. Demnach betraf dieser Anstieg alle Altersgruppen, insbesondere ältere Menschen, Kinder und Jugendliche.

Zudem hat die seit einiger Zeit in Deutschland dominierende Omikron-Subvariante BA.5 laut Wochenbericht zuletzt noch einmal zugelegt. Ihr Anteil habe nach jüngsten Erkenntnissen – einer Stichprobe von vorletzter Woche – knapp 66 Prozent betragen. In der Woche davor hatte der Anteil von BA.5 bei etwa 52 Prozent gele­gen.

Wie die RKI-Experten schreiben, setzte sich zuletzt auch der Anstieg der Variante BA.4 fort, allerdings weniger stark als in den vorigen Wochen – er lag demnach den jüngsten Erkenntnissen nach bei etwa sieben Prozent. In Deutschland wird nur bei einem kleinen Teil positiver Proben das Erbgut komplett untersucht.

„Somit folgen die Anteile der Omikron-Sublinien in Deutschland dem Trend in vielen anderen Ländern“, heißt es. Die Spike-Proteine von BA.4 und BA.5 wiesen nach aktuellem Kenntnisstand Eigenschaften auf, „die mit erhöhter Übertragbarkeit und/oder Immunflucht in Zusammenhang gebracht werden“.

Die bisher vorliegenden epidemiologischen Daten ließen aber nicht darauf schließen, dass Infektionen mit BA.4 oder BA.5 schwerere Krankheitsverläufe oder anteilig mehr Todesfälle verursachten als zuvor BA.1 und BA.2, stellen die Experten im Bericht heraus.

Das RKI hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz heute morgen mit 682,7 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 668,6 gelegen (Vorwoche: 618,2; Vormonat: 207,0).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 113.099 Neuinfektionen (Vorwoche: 108 190) und 84 Todesfälle (Vorwoche: 90) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.293.960 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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