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Ärzteschaft

Marburger Bund will 8,9 Prozent mehr Gehalt für Ärzte an Unikliniken

Freitag, 1. Juli 2022

/Zerbor, stock.adobe.com

Berlin – Der Marburger Bund (MB) geht mit Forderungen von 8,9 Prozent mehr Gehalt und einer besseren Bezahlung von Nacht- und Wochenendarbeit in die anstehenden Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Dabei geht es um die Tarifverträge für Ärztinnen und Ärzte an Unikliniken.

„Die Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken haben eine Dreifachbelastung zu schultern: Sie behan­deln schwerkranke Patienten mit den Mitteln hochspe­zialisierter Medizin, sie betreiben Forschung in ihren jeweiligen Fachgebieten und sie bilden im Rahmen der universitären Lehre angehende Kolleginnen und Kollegen aus“, erläuterte die erste Vorsitzende des MB, Susanne Johna.

Die angestrebte lineare Erhöhung der Gehälter sei nicht nur wegen der hohen Inflation folgerichtig. „Wir wollen, dass die Gehälter dem hohen Engagement folgen, das Ärztinnen und Ärzte an den Uniklinika jeden Tag, rund um die Uhr, im Schicht- oder Bereitschaftsdienst, unter Beweis stellen“, so die MB-Vorsitzende.

Mit einer zusätzlichen Entgeltstufe sollen zudem langjährige Oberärztinnen und Oberärzte eine neue Ent­wicklungsperspektive erhalten. Dies soll verhindern, dass viele besonders erfahrener Ärzte aus den Unikliniken abwandern.

Ein weiterer Schwerpunkt der MB-Forderungen sind die Vergütungen für Nacht- und Wochenenddienste: Der MB fordert, den Nachtzuschlag generell auf 25 Prozent und für die tiefe Nacht zwischen 0 und 4 Uhr auf 40 Prozent anzuheben. Der Sonntagszuschlag soll auf 50 Prozent steigen und der Samstagszuschlag für den gesamten Tag 20 Prozent betragen.

„Wer in den Unikliniken nachts Dienst hat, der arbeitet in der Regel durchgängig“, sagte der zweite MB-Vor­sitzende Andreas Botzlar. Er betonte, wer zum Beispiel nachts stundenlang höchst konzentriert operiere, könne dafür eine deutlich höhere Vergütung als am Tag erwarten.

„Wir wollen hier ganz bewusst umsteuern, um zu verhindern, dass immer mehr regelhafte Arbeit in der Nacht stattfindet, weil das am Ende günstiger ist, als neues Personal einzustellen“, so der MB-Vize.

Vollarbeit soll außerdem am Abend vor Beginn des Nachtzeitraums sowie am frühen Morgen ebenfalls mit Zuschlägen zwischen zehn und 20 Prozent belegt werden. Zudem soll es nach dem Willen des MB nach je­weils 144 Nachtarbeitsstunden einen Tag Zusatzurlaub geben. „Medizin braucht attraktive Arbeitsbedingun­gen. Wettbewerbsfähige Gehälter sind ein Teil davon“, sagte Johna.

Die Verhandlungen zwischen dem MB und der TdL beginnen am 11. Juli in Hannover. Der zur Verhandlung stehende Tarifvertrag erstreckt sich auf mehr als 20.000 Ärztinnen und Ärzte in bundesweit 23 Universitäts­klinika.

In Berlin, Hamburg und Hessen gelten allerdings andere Verträge. Sogenannte Haustarifverträge gelten zu­dem für die Unikliniken in Dresden und Mainz. Sie werden von den entsprechenden Landesverbänden des MB verhandelt. © hil/aerzteblatt.de

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