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Politik

Eindämmung der Affenpocken kann noch Wochen dauern

Montag, 4. Juli 2022

/picture alliance, PPE, Beijersbergen

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht von weiter steigenden Infektionszahlen bei der Verbreitung der Affenpocken in Deutschland aus. „Es wird bis zum Spätsommer oder Frühherbst dauern, bis wir sehen, ob die Bemühungen, den Ausbruch einzugrenzen, erfolgreich waren“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ein Abflachen der Kurve erwarte er erst in einigen Wochen, so Schaade. Grund dafür sei unter anderem die lange Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen.

Er äußerte sich optimistisch, dass die Fallzahlen sinken werden, wenn gut informiert und der Impfstoff ver­nünftig eingesetzt werde. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für bestimmte Risi­ko­gruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten.

„Ich glaube aber, dass wir auch in den Monaten danach immer mal wieder Fälle sehen werden. Wir müssen sehr wachsam sein“, sagte der RKI-Vizepräsident.

Mit Stand 1. Juli registrierte das RKI 1.054 Infektionen von Affenpocken. Die eigentlich seltene Viruserkran­kung, von der weltweit zuletzt mehrere Tausend Fälle nachgewiesen wurden, überträgt sich nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch.

Nach WHO-Angaben sind die allermeisten Betroffenen Männer, die Sex mit Männern haben. Generell kann sich aber jeder durch engen körperlichen Kontakt infizieren.

Deutschland hat mittlerweile die ersten Dosen des über die EU bestellten Impfstoffes gegen Affenpocken erhalten. Wie EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides vorgestern sagte, wurde die Lieferung über die neue EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen (Hera) ermöglicht. Über diese habe die EU schnell reagieren und den Impfstoff für Mitgliedstaaten kaufen können, erklärte die Kommissarin.

Mit der ersten Lieferung sollten nach Angaben aus Brüssel rund 5.300 Impfdosen nach Deutschland kommen. Insgesamt hatte die EU Mitte Juni zunächst rund 110.000 Dosen der dritten Generation bei dem Unternehmen Bavarian Nordic bestellt, die nun nach und nach in Mitgliedsländer sowie nach Norwegen und Island ausge­liefert werden.

Deutschland hat aber auch eigenen Impfstoff bestellt, der bereits an die Bundesländer ausgeliefert worden ist. Die Verteilung und Verimpfung regeln die Länder in Eigenregie. © dpa/aerzteblatt.de

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