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Vermischtes

Zahl der COVID-19-Intensiv­patienten nach Wochen wieder vierstellig

Montag, 4. Juli 2022

/picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Die Zahl der Schwerkranken, die auf Intensivstationen in Deutschland mit COVID-19 behandelt wer­den, ist auf 1.000 gestiegen. Das geht aus dem Tagesreport des Intensivregisters der Deutschen Interdiszi­pli­nären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

So hoch war diese Patientenzahl demnach seit Mitte Mai nicht mehr. Zum Vergleich: Im Dezember 2021 wa­ren noch knapp 4.900 schwer erkrankte COVID-19-Fälle zeitgleich behandelt worden, danach sanken die Werte mit zwischen­zeit­lichen Plateauphasen ab.

Christian Karagiannidis, Mitglied des Coronaexpertenrats der Bundesregierung, erklärte, auf den Intensivsta­tionen sehe man zwar tendenziell einen Anstieg der täglichen Neuaufnahmen und eine Zunahme der Bele­gung auf nun 1.000 – „allerdings ist die Zunahme bisher insgesamt moderat“.

Von den intensivpflichtigen Patienten bräuchten etwa 50 Prozent respiratorische Unterstützung in Form von Sauerstoff oder Beatmung, so der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters. In der Spitze seien das vor Ausbreitung der Omikron-Variante über 80 Prozent gewesen.

Die offizielle bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI vorgestern Morgen mit 696,5 an. Vor einer Wo­che waren es 632,9 Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100.000 Einwohner. Allerdings gehen Experten von sehr vielen nicht erfassten Fällen aus –wegen Nachmeldungen, Übermittlungsproblemen und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen, mit dem sie statistisch erfasst werden.

Karagiannidis sagte, derzeit sei eine sehr hohe Infektionslast der Bevölkerung zu sehen, die über die Sieben-Tage-Inzidenz aber deutlich unterschätzt werde. So zeigten etwa Proben aus dem Abwassermonitoring einzel­ner Städte einen viel stärkeren Anstieg als die Inzidenz. „Parallel hierzu steigt die Hospitalisierungsinzidenz, wir wissen jedoch nicht, ob COVID-19 die Haupt- oder Nebendiagnose der Patienten und Patientinnen ist“, so der Experte.

Einige Kliniken berichteten Karagiannidis zufolge von mehr Lungenentzün­dungen auf den Normalstationen unter dem Einfluss des seit einiger Zeit dominierenden Omikron-Subtypen BA.5 und der Sublinie BA.4. Dies passe zu tierexperimentellen Untersuchungen, nach denen die beiden Linien etwas mehr die Lunge beträfen als die vorher vorherrschenden Subtypen BA.1 und BA.2.

„Die Verbreitung der sehr ansteckenden Omikron-Untervariante BA.5 hebt momentan den saisonalen Som­mer­effekt auf, so dass wir in Deutschland und vielen weiteren europäischen Ländern eine hohe Infektionslast sehen“, erklärte auch Intensivmediziner Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Auch er verwies auf eine hohe Dunkelziffer. Die Krankenhausbelastung durch schwerkranke COVID-19 Patienten ist aus seiner Sicht „trotzdem noch moderat“.

Hauptproblem für die Krankenhäuser sei aktuell aber der relativ hohe Ausfall von Personal durch SARS-CoV-2-infizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Kluge. „Durch die bereits bestehenden Personalengpässe müssen bereits jetzt wieder in einigen Krankenhäusern mehr Betten gesperrt und Leistungen eingeschränkt werden.“

Mit noch größerer Sorge blicke er aber auf Herbst und Winter: „Hier wird es entscheidend sein, wie viele der Risikopatienten sich noch impfen lassen und wie sich das Virus weiter im Hinblick auf mögliche neue Varianten entwickelt.“ © dpa/aerzteblatt.de

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