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Medizin

Vitamin D in der Schwangerschaft könnten Neurodermitis vermeiden

Mittwoch, 6. Juli 2022

/Valerii Honcharuk, stock.adobe.com

Southampton – Eine Substitution von Cholecalciferol bei Schwangeren mit einem nachgewiesenen Vitamin D-Mangel hat in einer randomisierten Studie im British Journal of Dermatology (2022; DOI: 10.1111/bjd.21721) die Häufigkeit von Ekzemen im 1. Lebensjahr gesenkt. Danach war nur noch ein tenden­zieller Rückgang nachweisbar.

Die „UK Maternal Vitamin D Osteoporosis Study“ (MAVIDOS) sollte ursprünglich untersuchen, ob die Gabe von Vitamin D in der Schwangerschaft die Knochendichte der Kinder verbessern kann.

Epidemiologische Studien hatten gezeigt, dass ein vorgeburtlicher Vitamin D-Mangel sich ungünstig auf die Knochenentwicklung auswirkt mit möglichen lebenslangen Folgen.

Insgesamt 1.134 Frauen mit einer Serumkonzentration von 25-Hydroxyvitamin D von 25 bis 100 nmol/l waren ab der 14. Schwangerschaftswoche auf eine Substitution von Cholecalciferol 1000 IE/Tag oder Placebo randomisiert worden.

Das primäre Ziel, die Knochenmineraldichte der Kinder bei der Geburt zu steigern, hatte die Studie nach den in Lancet Diabetes Endocrinology (2016; DOI: 10.1016/S2213-8587(16)00044-9) publizierten Ergebnissen nicht erreicht, auch wenn eine spätere Analyse auf einen gewissen Anstieg im Alter von 4 Jahren hinwies (JBMR Plus 2022; DOI: 10.1002/jbm4.10651).

Ein günstiger Nebeneffekt der Vitamin D-Substitution könnte der Schutz vor einer Neurodermitis sein, die ebenfalls in sonnenarmen Gegenden häufiger auftritt und in Beobachtungsstudien mit einem Vitamin D-Mangel in Verbindung gebracht wurde.

Ein Team um Keith Godfrey von der Universität Southampton kann jetzt zeigen, dass die Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Cholecalciferol erhalten hatten, in den ersten 12 Lebensmonaten nur etwa halb so häufig unter einer Neurodermitis (atopische Dermatitis) litten wie die Kinder aus dem Placebo-Arm der Studie. Die Odds Ratio von 0,55 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,32 bis 0,97 signifikant.

Die protektive Wirkung ließ allerdings mit der Zeit nach, und im Alter von 24 Monaten war die Odds Ratio von 0,76 (0,47-1,23) nicht mehr signifikant. Auch nach 48 Monaten war eine schützende Wirkung nicht mehr sicher nachweisbar (Odds Ratio 0,75; 0,37-1,52).

Es bestand zudem eine Interaktion mit der Stilldauer. Die Schutzwirkung der Vitamin D-Substitution war auf Kinder beschränkt, die mindestens 1 Monat von ihrer Mutter gestillt wurden (Odds Ratio 0,48; 0,24-0,94). Für eine kürzere Stilldauer war keine sichere Wirkung der Vitamin D-Gabe erkennbar (Odds Ratio 0,80; 0,29-2,17). Godfrey vermutet, dass die Substitution die Vitamin D-Konzentration in der Muttermilch gesteigert hat.

© rme/aerzteblatt.de

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