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Politik

Feldenkrais-Methode könnte bei Parkinson und unteren Rückenschmerzen nutzen

Mittwoch, 6. Juli 2022

/picture alliance, Christin Klose

Köln – Patienten mit einer Parkinson und chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich könnten mittels der Feldenkrais-Methode die Beweglichkeit und ihre Lebensqualität verbessern. Das berichtet eine Arbeits­gruppe unter Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Auftrag des Instituts für Qua­lität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Das IQWiG hatte Ende Januar einen Vorbericht zum Thema publiziert. Stand damals die schlechte Datenlage bei der Kommunikation der Ergebnisse im Vordergrund, wies das Institut jetzt auf mögliche positive Effekte bei einigen Patienten hin. Die Datenlage für diese Bewer­tung sei allerdings dünn, schreiben die Forscher auch heute.

Die Bewertung erfolgte im Rahmen des „Themencheck Me­dizin“ und geht auf die Frage einer Bürgerin zurück. Die Feldenkrais-Methode zielt darauf ab, die Beweglichkeit über die bewusste Wahrnehmung von Körper­be­wegungen zu verbessern. Sie beinhaltet eine Reihe aktiver und passiver Bewegungen, die von Feldenkrais-Lehrenden durchgeführt oder angeleitet werden. Die Feldenkrais-Methode wird von den Krankenkassen in der Regel nicht erstattet.

Das vom IQWiG beauftragte Wissenschaftsteam der MHH hat für sein „Health Technology Assessment (HTA-Bericht) sechs Studien eingeschlossen, die die Feldenkrais-Methode für fünf Indikationen untersuchten: Mor­bus Parkinson, chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich, Nacken-Schulter-Beschwerden, Multiple Sklerose und geistige Beeinträchtigung.

Es zeigte sich für die Indikation Morbus Parkinson, dass die Feldenkrais-Methode gegenüber einem Bildungs­programm in Form von Vorträgen die Beweglichkeit verbessern und die gesundheitsbezogene Lebensqualität erhöhen kann.

Auch bei der Indikation „Chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich“ kann die Feldenkrais-Methode im Vergleich zu einem Training mit Übungen für die Rumpfstabilität die Beweglichkeit fördern und die gesund­heitsbezogene Lebensqualität steigern.

Gegenüber der Teilnahme an einer Rückenschule zeigt sich in einer Studie zudem, dass die Feldenkrais-Me­thode die Schmerzen im unteren Rückenbereich besser lindert. „Allerdings war hier die gesundheitsbezogene Lebensqualität in der Rückenschule höher. Ob die Feldenkrais-Methode oder die Rückenschule den Betroffe­nen besser hilft, bleibt deshalb offen“, berichten die Forscher.

Für die Indikation „Schulter-Nacken-Schmerzen“ können die Wissenschaftler keine Aussage dazu treffen, ob die Feldenkrais-Methode Vorteile gegenüber der Physiotherapie hat. Für die Indikationen „Multiple Sklerose“ und „geistige Beeinträchtigungen“ zeigen die verfügbaren Studien keinen Vorteil der Feldenkrais-Methode gegenüber einem Bildungsprogramm beziehungsweise keiner Behandlung.

Insgesamt lässt sich dem IQWiG zufolge die übergeordnete Frage nicht beantworten, ob Feldenkrais eine Methode ist, von der Betroffene mit Beweglichkeitsstörungen profitieren. „Um diese zu beurteilen, sind wei­tere aussagekräftige Studien notwendig, in denen die Methode auch mit etablierten Behandlungen wie der Physiotherapie verglichen wird“, hieß es aus dem Institut. © hil/aerzteblatt.de

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