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Medizin

Kardiovaskuläre Gesundheit könnte selbst bei hohem genetischen Risiko vor Schlaganfällen schützen

Freitag, 22. Juli 2022

/samunella, stock.adobe.com

Houston – Eine optimale kardiovaskulären Gesundheit kann offenbar unabhängig vom genetischen Risiko vor Schlaganfällen bewahren. Laut einer neuen Analyse der Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC)-Studie lassen sich dadurch 6 zusätzliche Lebensjahre ohne Schlaganfall gewinnen, wie die Autoren im Journal of the American Heart Association berichten (2022; DOI: 10.1161/JAHA.122.025703).

„Wir wissen, dass gut kontrollierte modifizierbare Risikofaktoren, allen voran der Bluthoch­druck, das Schlag­an­fallrisiko spürbar senken können“, sagte die Seniorautorin der Studie, Myriam Fornage.

Die Professorin für Molekularmedizin und Humangenetik am University of Texas Health Science Center in Houston ergänzt: „Unsere Studie bestätigt, dass es möglich sein könnte, das Lebenszeitrisiko für Schlaganfall zu senken, indem wir andere Risikofaktoren modifizieren – und das unabhängig von der Genetik, ob man nun einen hohen oder einen niedrigen polygenen Risikoscore hat.“

Fornage und ihre Arbeitsgruppe analysierten Daten von 11.568 Teilnehmern der ARIC-Studie im mittleren Alter. Zu Studienbeginn hatte noch keiner von ihnen einen Schlaganfall gehabt. Sie wurden 28 Jahre nachbeobachtet.

Polygener Risikoscore sagt Schlaganfallrisiko vorher

Das Lebenszeitrisiko für einen Schlaganfall ermittelten sie anhand eines polygenen Risikoscores für Schlag­an­fall. Dessen Höhe – niedrig, mittel, hoch - ist abhängig davon, wie viele schlaganfallassoziierte Einzelnu­kleotidpolymorphismen eine Person aufweist.

Was die kardiovaskuläre Gesundheit anging, teilten Fornage und ihre Kollegen die Studienteilnehmer in 3 Kategorien ein: optimal, durchschnittlich oder unzureichend. In welche Kategorie jemand fiel, hing davon ab, wie es bei demjenigen um 7 Faktoren bestellt war, die von der American Heart Association als essenziell für die kardiovaskuläre Gesundheit herausgegeben wurden (Life’s Essential 7):

Verzicht auf das Rauchen, ausreichend körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und BMI, Cholesterin, Blutdruck und Glukosewerte im Referenzbereich (mittlerweile kam als 8. Faktor Schlaf hinzu, der aber in der Studie noch nicht berücksichtigt wurde).

Es zeigte sich, dass im Alter von 45 Jahren die Studienteilnehmer mit den niedrigsten polygenen Risikoscores auch das geringste Lebenszeitrisiko für Schlaganfall hatten: 9,6 %. Mit einem mittleren polygenen Risikoscore lag das Lebenszeitrisiko bei 13,8 % und mit einem hohen polygenen Risikoscore bei 23,3 %.

Diejenigen mit hohem polygenen Risikoscore und geringer kardiovaskulärer Gesundheit hatten mit 24,8% das höchste Lebenszeitrisiko für Schlaganfall.

Sechs zusätzliche Jahre ohne Schlaganfall möglich

Über alle Kategorien des polygenen Risikoscores hinweg zeigten Personen mit optimaler kardiovaskulärer Gesundheit die signifikanteste Reduktion des Lebenszeitrisikos für Schlaganfall. Teilnehmer mit hohem poly­genen Risikoscore und optimaler kardiovaskulärer Gesundheit konnten ihr Lebenszeitrisiko für Schlaganfall um bis zu 43 % senken – verglichen mit denjenigen mit unzureichender kardiovaskulärer Gesundheit. Dies übertrug sich in 6 zusätzliche Lebensjahre ohne Schlaganfall.

„Das ist ein erster Schritt hin zur Nutzung genetischer Informationen, um Personen zu identifizieren, die mög­licherweise ein höheres Schlaganfallrisiko haben, und auch dahin, Menschen zu präventiven Lebensstilver­änderungen zu motivieren“, sagte Fornage. Bislang zeige die Studie mögliche Optionen für die Zukunft auf. Polygene Risikoscores kämen bislang in der Praxis nicht zum Einsatz.

Fornage und seine Koautoren weisen darauf hin, dass der polygene Risikoscore vor seiner breiten Anwendung noch verbessert werden müsse. Ausschließlich bei weißen Menschen entwickelt und validiert, könne er bis­lang nicht eingesetzt werden, um das Schlaganfallrisiko bei Menschen mit anderen ethnischen Hintergründen vorherzusagen. © nec/aerzteblatt.de

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