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Medizin

Studie: Endometriose erhöht Schlaganfallrisiko

Dienstag, 26. Juli 2022

/New Africa, stock.adobe.com

Tucson/Arizona – Eine Endometriose führt bei den betroffenen Frauen nicht nur zu schmerzhaften Menstru­ationen. Die chronische Erkrankung fördert auch die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen nach einer Analyse der Nurses’ Health Study II in Stroke (2022; DOI: 10.1161/STROKEAHA.122.039250) ein erhöhtes Risiko von Schlagan­fällen gehört.

Die Endometriose wird durch versprengte Inseln von Gebärmutterschleimhaut ausgelöst, die sich in der Bauch­höhle im gleichen monatlichen Zyklus entwickeln wie im Uterus, am Ende aber nicht mit der Monats­blutung ausgestoßen werden können. Das führt bei den betroffenen Frauen regelmäßig zu Schmerzattacken.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Endometriose kein lokales Ereignis ist, sondern Auswirkun­gen auf den gesamten Organismus hat. Ein Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist gut dokumentiert.

Als Ursache werden die regelmäßigen Entzündungs­reak­tionen im Körper diskutiert, die mit der zyklischen Bildung der Schleimhaut verbunden sind. Aber auch die hormonelle Behandlung der Endometriose oder als Ultima Ratio die Entfernung von Uterus und Ovarien könnten einen Anteil am erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko haben.

Ein Team um Leslie Farland von der University of Arizona in Tucson hat jetzt den Einfluss auf das Schlagan­fallrisiko untersucht, an dem Frauen häufiger und vor allem früher im Verlauf ihres Lebens erkranken als Männer. Die Epidemiologin wertete die Daten von 112.056 US-Krankenschwestern aus, die seit 1989 im Rahmen der Nurses’ Health Study II alle 2 Jahre zu ihrem Lebensstil und ihren Krank­heiten befragt werden.

Farland beschränkte die Analyse auf die Frauen, die zu Beginn der Studie im Alter von 25 bis 42 Jahren noch frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren. In den folgenden 28 Jahren kam es bei 893 Teilnehmerinnen zu einem Schlaganfall.

Die 5.244 Frauen, bei denen eine Endometriose durch eine Laparoskopie bestätigt worden war, waren zu 34 % häufiger betroffen. Die Hazard Ratio von 1,34 war nach den Berech­nungen von Farland mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,10 bis 1,62 signifikant.

Weitere Berechnungen ergaben, dass 39 % (14-71 %) der Schlaganfälle durch die Entfer­nung von Uterus und/oder Ovarien vermittelt wurden. Weitere 16 % (5-40 %) könnten der Hormontherapie zuzuschreiben sein.

Für den Rest könnten die Entzündungsvorgänge verantwortlich sein. Dies wurde in der Studie allerdings nicht untersucht. Alter, Infertilität, Body-Mass-Index oder der Menopausenstatus hatten keinen Einfluss auf das durch die Endometriose erhöhte Schlaganfallrisiko.

Letztlich beweisen kann die Studie den Zusammenhang nicht, obwohl die Nurses’ Health Study II durch die zahlreichen Informationen zu Erkrankungen und Lebensgewohnheiten viele andere Einflüsse ausschließen kann. Da die meisten Schlaganfälle im höheren Alter auftreten, bleibt das absolute Risiko für die betroffenen Frauen gering.

Außerdem gibt es keine Gewähr, dass ein Verzicht auf die Behandlung einen Schlaganfall vermeiden würde. Die American Heart Association riet den Kardiologen jedoch, eine Endometriose in ihre Risikoanalyse einzubeziehen und die betoffenen Frauen zu beraten. © rme/aerzteblatt.de

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