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Ärzteschaft

Kritik an Finanzierungsplänen von Pädiatrie und Geburtshilfe

Dienstag, 26. Juli 2022

/picture alliance, Stefan Puchner

Berlin – Die geburtshilflichen Fachverbände haben die von der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung vorgelegten Empfehlungen zur Finanzierung der Geburtshilfe kriti­siert.

Sie befürchten, dass die Vorschläge vor allem in größeren geburtshilflichen Zentren die gegen­wärtige unzu­reichende finanzielle Situation nicht verbessern, sondern zementieren könnten. Die Fachverbände warnten davor, dass bei einer entsprechenden Umsetzung eine Verschärfung der aktuellen Probleme drohe.

„Dem Ziel einer sinnvollen Zentralisierung der Geburtshilfe wird damit ein Bärendienst erwiesen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Arbeitsgemeinschaft für Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der DGGG (AGG), der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM), der Deutschen Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin (DGPGM) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe (BLFG).

So sei beispielsweise der Vorschlag, größeren Kliniken die leistungsunabhängige Vergütung mit steigender jährlicher Geburtenzahl zu reduzieren und ab einer bestimmten Größe komplett zu verweigern, alles andere als zielführend.

„Der Hinweis, hier sei eine auskömmliche Finanzierung durch die leistungsabhängige Vergütung gegeben, steht klar im Widerspruch zur Feststellung der Kommission, dass diese Vergütung mit problematischen Fehl­anreizen arbeitet“, so die Fachverbände. Die gelte erst recht, da die erheblichen Vorhaltekosten der Perinatal­zentren durch die fallbezogene Vergütung der Geburten nicht ausgeglichen werde.

Dagegen begrüßten die Verbände die geplante durch nicht leistungsabhängige Finanzmittel sowie die Un­ter­stützung „geburtshilflicher Abteilungen, die zwar eine geringe Zahl an Geburten haben, deren Wegfall aber eine Versorgungslücke für die Bevölkerung hinterlassen würde“. © hil/sb/aerzteblatt.de

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