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Medizin

SARS-CoV-2: Impfung und frühere Omikron-Infektion schützen auch vor BA.5

Mittwoch, 27. Juli 2022

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Kopenhagen und Lissabon – Die derzeit dominierende Omikron-Variante BA.5 ist deutlich ansteckender als BA.2. Es muss deshalb mit einer weiteren Zunahme der Infektionen gerech­net werden. Eine Boosterung sollte jedoch weiterhin die Zahl der schweren Erkrankungen beschränken. Dies zeigen erste Analysen aus Portugal in medRxiv (2022; DOI: 10.1101/2022.07.25.22277996) und aus Dänemark in SSRN (2022; DOI: 10.2139/ssrn.4165630).

Die Variante BA.5., die zuerst im Februar in Südafrika beobachtet wurde, hat im April Portugal erreicht und sich von dort in Europa ausgebreitet. Die Verdrängung von BA.2 beruht vermutlich auf einer Immunevasion, die vermehrt Durchbruchinfektionen bei Geimpften und Genesenen ermöglicht.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Impfung wertlos geworden ist. In Portugal, wo nach den Informatio­nen von Irina Kislaya von der obersten Gesundheitsbehörde INSA 74,7 % der mit BA.5 Infizierten ihren ersten Booster erhalten hatten (weitere 20,6 % sind grundimmunisiert und nur 4,8 % nicht geimpft), liegt der Anteil der Hospitalisierungen an den Infizierten bei 0,4 % und der Todesfälle bei 0,2 %.

Kislaya gibt die Schutzwirkung einer Boosterung mit 77 % vor einer Krankenhauseinweisung und 88 % vor einem tödlichen Ausgang an. Bei Infektionen mit BA.2 hatte die Schutzwirkung noch 93 % beziehungsweise 94 % betragen.

Auch in Dänemark ist es in den vergangenen Wochen zu einer Zunahme der Infektionen gekommen, trotz einer hohen Impfquote von über 82 % und einer heftigen Omikron-Welle Anfang des Jahres.

Nach einer Analyse des Statens Serum Instituts, Kopenhagen, könnte die Omikron-Welle jedoch geholfen haben, den erneuten Anstieg der Erkrankungen zu begrenzen. Das Team um Palle Valentiner-Branth ermittelt für 3-fach Geimpfte, die sich Anfang des Jahres mit BA.2 infiziert haben, eine Schutzwirkung vor einer er­neuten Infektion von 93,6 %.

Geimpfte, die zuletzt währen der Delta- oder der Alpha-Welle erkrankt waren, müssen schon eher mit einer erneuten Infektion rechnen. Die Schutzwirkung lag nur bei 46,9 % (Delta) und 65,4 % (Alpha). © rme/aerzteblatt.de

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