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Medizin

Kinder entwickeln nach SARS-CoV-2-Infektion vermehrt Gesundheitsprobleme

Donnerstag, 28. Juli 2022

/DimaBerlin, stock.adobe.com

Calgary – Kinder, die eine Infektion mit SARS-CoV-2 hatten, haben in den Folgemonaten häufiger gesund­heitliche Beschwerden. Insbesondere klagen sie häufiger über Fatigue, Schwäche und Fieber als Kinder, die nicht infiziert gewesen waren. Dies zeigt eine in JAMA Network Open veröffentlichte Kohortenstudie (2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.23253).

Die prospektive Studie fand von März 2020 bis Januar 2021 an 36 Notaufnahmen in 8 Ländern statt. Insge­samt nahmen 1.884 Kinder mit positivem SARS-CoV-2-Test teil. Sie wurden 90 Tage nachbeobachtet. 1.686 von ihnen wurden nach Hospitalisierungsstatus, Land und Rekrutierungsdatum mit 1.701 SARS-CoV-2 negati­ven Kontrollen gematcht.

Erstautorin Anna Funk vom Department of Pediatrics der University of Calgary in Calgary, Kanada, und ihre Kollegen untersuchten in dieser pädiatrischen Population das Auftreten von „Post-COVID-19-Erkrankungen“. Als solche definierten die Autoren alle persistierenden, neu aufgetretenen oder rezidivierten Gesundheits­probleme, die im Lauf des 90-tägigen Follow-up berichtet wurden. Die Kinder waren zwischen 0 und 10 Jahren alt.

Am häufigsten sind Fatigue und Schwäche

Insgesamt 110 (5,8 %) der SARS-CoV-2-positiven Kinder wiesen Post-COVID-19-Erkrankungen auf. Darunter waren 44 von 447 Kindern (9,8 %), die während der akuten Krankheit im Krankenhaus gewesen waren, und 66 von 1.437 Kindern (4,6 %), die nicht hospitalisiert gewesen waren (Differenz 5,3 %). Das häufigste Symptom war Fatigue oder Schwäche. Davon berichteten 21 Kinder (1,1 %).

Den Autoren gelang es auch, Faktoren zu identifizieren, die mit dem Auftreten von Post-COVID-19-Erkrankun­gen assoziiert waren. Dazu gehörte eine Hospitalisierung von mindestens 48 Stunden (aOR 2,67 vs. keine Krankenhausbehandlung).

Hospitalisierung, Symptome und Alter beeinflussen das Risiko

Aber auch Kinder, die beim Erstbesuch in der Notaufnahme 4 oder mehr Symptome aufwiesen – im Vergleich zu 1-3 Symptomen – entwickelten eher eine Post-COVID-19-Erkrankung (4-6 Symptome: aOR 2,35; ≥7 Symp­to­me: aOR 4,59). Und auch das Alter spielte eine Rolle: Mit 14 oder mehr Jahren war das Risiko für eine Post-COVID-19-Erkrankung höher als bei unter-1-Jährigen (aOR 2,67).

In den 90 Tagen nach einer SARS-CoV-2-Infektion hatten die Kinder häufiger eine Post-COVID-19-Erkrankung als Kinder, die negativ auf SARS-CoV-2 getestet worden waren. Dies galt sowohl für diejenigen, die im Kran­ken­haus hatten behandelt werden müssen (55 von 1295 [4,2 %] vs. 35 von 1321 [2,7 %]; Differenz: 1,6 %), als auch für diejenigen, bei denen eine Hospitalisierung nicht erforderlich gewesen war (40 von 391 [10,2 %] vs. 19 von 380 [5,0 %]; Differenz: 5,2 %).

Erkrankte Kinder müssen beraten und nachbeobachtet werden

Darüber hinaus war SARS-CoV-2-Positivität assoziiert mit Post-COVID-19-Erkrankungen in den 90 Tagen nach dem Erstbesuch in der Notaufnahme (aOR 1,63), insbesondere systemische Gesundheitsprobleme wie Fatigue, Schwäche und Fieber (aOR 2,44).

„Angesichts der Prävalenz von Post-COVID-19-Erkrankungen ist für Kinder, die positiv auf SARS-CoV-2 getes­tet werden, eine angemessene Beratung und Nachbeobachtung nötig“, schlussfolgern die Autoren. © nec/aerzteblatt.de

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