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Medizin

COVID-19: „Rebound“ nach Paxlovid selten, aber nicht ungewöhnlich

Dienstag, 2. August 2022

/Milos, stock.adobe.com

Atlanta – Der Rückfall, den der US-Präsident nach dem Ende einer Behandlung mit dem Virustatikum Paxlovid erlitten hat, ist kein Einzelfall. Die US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hatten bereits im Mai auf das Risiko eines „Rebounds" hingewiesen. Die Ursache ist nicht bekannt. Da das Immunsystem in der Zwischenzeit mit der Bildung von Antikörpern begonnen hat, ist die Prognose in der Regel gut.

Bereits in den Zulassungsstudien von Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir) war aufgefallen, dass 1 % bis 2 % der Patienten nach dem Abschluss der 5-tägigen Behandlung einen „Rebound“ erlitten hatten. Das Phänomen war in gleicher Häufigkeit übrigens auch in der Placebogruppe aufgetreten. Die Patienten hatten sich in der Zwischenzeit von COVID-19 erholt und Antigen- oder PCR-Test waren vorübergehend negativ ausgefallen.

Der „Rebound“ trat in den meisten Fällen 2 bis 8 Tage nach der Erholung auf. Betroffen waren geimpfte und nicht geimpfte Personen gleichermaßen. Die Patienten entwickelten erneut Symptome und die Tests fielen wieder positiv aus.

Die Symptome sind laut CDC jedoch in den meisten Fällen milde. Die erneute Erkrankung sei in der Regel von kurzer Dauer. In den berichteten Fällen erholten sich die Patienten nach median 3 Tagen. Schwere Erkrankun­gen oder Todesfälle seien bisher nicht aufgetreten, hieß es in dem Health Alert der CDC. Es gebe in der Regel auch keinen Grund, die Behandlung mit Paxlovid wieder aufzunehmen.

Der Grund für den „Rebound“ ist unklar. Laut CDC gibt es keine Hinweise, dass sich die Patienten erneut infiziert haben oder die Viren eine Resistenz gegen Nirmatrelvir entwickelt haben. Patienten mit einem „Rebound“ seien jedoch infektiös und könnten das Virus an andere Personen weitergeben. Die CDC rät den betroffenen Patienten deshalb, sich erneut in Quarantäne zu begeben und die Re-Isolationsphase erst abzu­brechen, wenn sie seit 5 Tagen kein Fieber mehr haben.

Die Personen sollten nach Beginn der „Rebound“-Symptome insgesamt 10 Tage lang eine Maske tragen. Manche Menschen würden nach dem Tag 10 weiterhin positiv getestet, nach Einschätzung der CDC sei es dann jedoch unwahrscheinlich, dass sie weiter infektiöse Viren ausscheiden.

Die wahrscheinlichste Erklärung ist derzeit, dass sich die Viren an einzelnen Stellen dem Zugriff des Wirk­stoffs Nirmatrelvir entziehen und sich von dort aus nach dem Ende der 5-tägigen Behandlung wieder ausbreiten. Bei den meisten Patienten dürfte in der Zwischenzeit das Immunsystem begonnen haben, protek­tive Antikörper zu bilden, die eine schwere Re-Infektion verhindern.

Ob eine längere Behandlungsdauer einen „Rebound“ verhindern würde, ist nicht bekannt. Empfohlen wird dies derzeit bei Menschen ohne Hinweis auf eine Immunschwäche nicht. © rme/aerzteblatt.de

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