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Medizin

Sensorimotorisches Training hilft bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken

Freitag, 5. August 2022

/BillionPhotos.com, stock.adobe.com

Sydney – Ein gestaffeltes sensorimotorisches Retraining kann bei Patienten mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken über 18 Wochen zu einer kleinen, aber signifikanten Schmerzlinderung führen. Dies zeigt eine randomisiert-kontrollierte Studie in JAMA, in der das Trainingsprogramm gegen eine Scheinintervention verglichen wurde (2022; DOI: 10.1001/jama.2022.9930).

„Weltweit leiden 568 Millionen Menschen an Schmerzen im unteren Rücken“, schreiben Matthew K. Bagg vom Centre for Pain IMPACT, Neuroscience Research Australia, Sydney, und seine Koautoren. Neue Behandlungs­optionen seien dringend erforderlich.

Eine Metaanalyse von 2013 zeigte, dass ein Drittel der Patienten mit Schmerzen im unteren Rücken auch nach 3 Monaten noch anhaltende Schmerzen und Beeinträchtigung haben – und diese Menschen erholten sich nur mit geringer Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres von den Schmerzen.

RESOLVE soll Denken und Bewegen verändern

Das gestaffelte sensorimotorische Retraining (RESOLVE) ist eine neu entwickelte Intervention. Sie soll dabei helfen zu verändern, wie Menschen über ihren Körper in Schmerzen denken, wie sie die sensorischen Informationen ihres Rückens verarbeiten und wie sie ihren Rücken bei Aktivitäten bewegen.

An der randomisiert-kontrollierten Parallelgruppenstudie nahmen Patienten teil, die seit mehr als 3 Monaten an unspezifischen Schmerzen im unteren Rücken litten. Insgesamt wurden 276 Erwachsene randomisiert. Sie erhielten entweder das Retrainingsprogramm oder eine Scheinintervention plus Aufmerksamkeitskontrolle.

Die monozentrische Studie fand an einer medizinischen Forschungseinrichtung in Sydney, Australien, statt. Rekrutiert wurden die Patienten aus allgemeinmedizinischen Praxen und Gemeindeeinrichtungen.

Vergleich von speziell konzipiertem Training mit Scheinintervention

Die 138 Teilnehmer in der Interventionsgruppe nahmen an 12 wöchentlichen Terminen in der Klinik teil, außerdem sollten sie ein Heimtraining absolvieren. Dieses war dazu konzipiert, sie über Bewegung und körperliche Aktivität bei Schmerzen im unteren Rücken aufzuklären und dabei zu unterstützen.

In der ebenfalls 138 Teilnehmer umfassenden Kontrollgruppe fanden auch 12 wöchentliche Termine und ein Heimtraining statt. Es nahm etwa so viel Zeit in Anspruch nahm wie die Intervention, fokussierte sich aber nicht auf Aufklärung, Bewegung und körperliche Aktivität. Darüber hinaus erhielt die Kontrollgruppe Scheinbehandlungen mit Laser, Kurzwellen-Diathermie und nicht-invasiver Hirnstimulation.

Reduktion der Schmerzintensität nach 18 Wochen

Der primäre Endpunkt war die Schmerzintensität nach 18 Wochen, gemessen anhand einer numerischen Skala mit 11 Punkten (0=kein Schmerz bis 10= schlimmster vorstellbarer Schmerz). Als klinisch bedeutsam wurde ein Unterschied zwischen den Gruppen von mindestens 1 Punkt definiert.

Die Patienten waren im Schnitt 46 Jahre alt, 261 (95 %) blieben bis zum Ende des Follow-up nach 18 Wochen in der Studie. In der Interventionsgruppe betrug die Schmerzintensität zu Studienbeginn im Mittel 5,6 Punkte. Nach 18 Wochen war sie auf 3,1 Punkte gesunken. In der Kontrollgruppe sank sie in diesem Zeitraum von 5,8 auf 4,0 Punkte.

Signifikanter, aber kleiner Unterschied

Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen betrug nach 18 Wochen im Schnitt -1,0 Punkte (95-%-KI -1,5 bis -0,4; p=0,001) – zugunsten der Interventionsgruppe.

Die Autoren schlussfolgern, dass das gestaffelte sensorimotorische Retraining die Schmerzintensität zwar signifikant verringert habe, aber die Verbesserungen seien klein gewesen. Ob die Ergebnisse verallgemein­erbar seien, müssten weitere Forschungsarbeiten zeigen. © nec/aerzteblatt.de

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