NewsMedizinCOVID-19: Viertimpfung reduzierte Durchbruch­infektionen bei Gesundheitspersonal
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

COVID-19: Viertimpfung reduzierte Durchbruch­infektionen bei Gesundheitspersonal

Mittwoch, 3. August 2022

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Michael Probst

Jerusalem – Eine Viertimpfung gegen COVID-19 mit dem mRNA-Vakzin Comirnaty (Biontech) hat in Israel die Rate an Durchbruchinfektionen beim Gesundheitspersonal signifikant reduziert. Die Verringerung der Infektionsrate sei zwar weniger stark ausgefallen als nach der Drittimpfung, dennoch raten Wissenschaftler in JAMA Network Open zur zweiten Auffrischungsimpfung (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.24657).

Die Rate an Drittimpfungen (Auffrischungsimpfungen) gegen COVID-19 ist bei Angestellten im Gesundheitswesen in Israel mit 95 % sehr hoch. Dennoch sei während der Omikron-Welle eine hohe Rate an Durchbruchinfektionen zu beobachten gewesen, schreiben Matan J. Cohen von Clalit Health Services in Jerusalem, Israel, und seine Koautoren. Deshalb hat das israelische Gesundheitsministerium eine freiwillige vierte Impfdosis unter anderem für medizinisches Personal empfohlen.

Die multizentrische Kohortenstudie fand im Januar 2022 statt, als die Omikron-Welle in Israel gerade ihren Höhepunkt erreichte. Eingeschlossen wurden das Gesundheitspersonal an 11 Allgemeinkrankenhäusern in Israel, das bis September 2021 mit 3 Dosen geimpft war und sich vor der Impfkampagne noch keine Infektion mit SARS-CoV-2 zugezogen hatte. Sie wurden im Januar – dem ersten Monat der Viertdosis-Impfkampagne in Israel – mit einer vierten Dosis des mRNA-Vakzin Comirnaty (Biontech) gegen COVID-19 geimpft.

Verglichen wurden die Durchbruchinfektionen bei Dreifach- und Vierfach-Geimpften. Die Krankenhausangestellten wurden bei Auftreten von Symptomen oder bei Exposition per PCR auf das Virus getestet.

Insgesamt 29.611 israelische Angestellte im Gesundheitswesen hatten von August-September 2021 eine Drittimpfung gegen COVID-19 erhalten; 5331 (18 %) von ihnen wurden im Januar 2022 ein viertes Mal geimpft und hatten in der ersten Woche nach der Impfung keine Infektion.

Anders als die starke Adhärenz in Bezug auf die Drittimpfung beim israelischen Gesundheitspersonal betrug die Viertimpfungsrate in der untersuchten Kohorte nur 19 %. „Dies spiegelt die Zweifel an der Notwendigkeit einer weiteren Auffrischungsimpfung wieder“, erklären die Autoren. „Es wird verbreitet angenommen, dass die geringere Virulenz der Omikron-Variante in Kombination mit dem Schutz der 3 vorherigen Impfungen ausreicht, und eine Viertimpfung keinen zusätzlichen Nutzen hat.“

Beim Gesundheitspersonal spielt auch die Infektionsrate eine Rolle

Allerdings spiele beim Gesundheitspersonal nicht nur das Risiko für Komplikationen oder die Mortalitätsrate eine Rolle, sondern auch die Infektionsrate. Befänden sich viele Angestellte in Quarantäne oder häuslicher Isolation, schränke dies die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems ein, wie sich am Anfang der Pandemie gezeigt habe.

In der vierfach geimpften Gruppe lag die Rate an Durchbruchinfektionen bei 368 von 5331 (7 %). In der dreifach geimpften Gruppe hatten dagegen 4802 von 24280 (20 %) eine Durchbruchinfektion (Relatives Risiko [RR] 0,35 [95-%-KI 0,32-0,39]).

Eine vergleichbare Reduktion des Infektionsrisikos zeigte sich in einer gematchten Analyse nach dem exakten Tag der Drittimpfung (RR 0,61 [95-%-KI 0,54-0,71) und in einem zeitabhängigen Cox-proportionalen Hazard-Regressionsmodell (aHR 0,56 [95-%-KI 0,50-0,63). In beiden Gruppen kam es weder zu schweren Erkrankungen noch zu Todesfällen.

Viertimpfung könnte kritische Personalausfälle verhindern

Die mit der Viertimpfung erreichte Reduktion an Durchbruchinfektionen war niedriger als nach der Drittimpfung. Diese hatte bei Angestellten im Gesundheitswesen in Israel die Rate an Durchbruchinfektionen noch von 21,4 % mit Zweifachimpfung auf 0,7 % reduziert, wie eine in Clinical Microbiology and Infektion publizierte Studie zeigte.

„Angesichts der hohen Infektiosität der Omikron-Variante von SARS-CoV-2, die zu kritischen Personalausfällen in Krankenhäusern führte, sollte eine vierte Impfdosis in Betracht gezogen werden, um die Infektionsrate beim Gesundheitspersonal so niedrig wie möglich zu halten“, schlussfolgern die Autoren um Cohen.

Die Ergebnisse der Kohortenstudie zeigten, dass eine Viertimpfung Durchbruchinfektionen beim medizinischen Personal verhindern könne und so dazu beitrage, die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems in der Pandemie aufrecht zu erhalten. © nec/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER