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Medizin

Kleinere Atemwege erhöhen das COPD-Risiko für Frauen

Mittwoch, 3. August 2022

/dpa

Birmingham/Alabama – Frauen haben kleinere Atemwege als Männer und könnten deshalb anfälliger für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung sein (COPD) als Männer. Dies kam in einer Studie in Radiology (2022; DOI: 10.1148/radiol.212985) heraus.

Die meisten Patienten mit einer COPD sind derzeit Männer. Dies liegt allerdings nicht an einer genetischen Prädisposition, sondern an der lange Zeit höheren Zahl von männlichen Rauchern. Tabakrauchen ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für eine COPD.

Inzwischen rauchen Frauen ebenso häufig wie Männer, und der Anteil der Frauen an der COPD ist in vielen Ländern gestiegen. In Nordamerika erkranken sie schon fast so häufig wie Männer. Eine Meta-Analyse im International Journal of COPD (2018; 13: 1507-1514) gab die Prävalenz mit 7,30 % gegenüber 8,0 % bei den Männern an. In Lateinamerika, wo die Raucherquote bei Frauen deutlich niedriger ist als bei Männern, beträgt das Verhältnis: 2,49 % zu 6,44 %.

Nicht wenige Experten halten es für möglich, dass in den USA demnächst sogar mehr Frauen als Männer an einer COPD erkranken. Schuld wäre nicht nur die Emanzipation, die ab den 1960er Jahren zu einem Anstieg der Raucherquote bei Frauen geführt hat.

Es könnte auch einen anatomischen Nachteil geben, wie eine Analyse der „COPDGene“-Studie („Genetic Epidemiology of COPD“) zeigt, die ursprünglich nach genetischen Risikofaktoren für die COPD gesucht hat. Bei den fast 10.000 COPD-Patienten der Studie war zwischen 2008 bis 2011 auch eine hoch-auflösende Computertomografie durchgeführt worden.

Surya Bhatt von der Universität von Alabama in Birmingham und Mitarbeiter haben in den Aufnahmen die Atemwege genauer untersucht. Insgesamt 7 Metriken wurden bestimmt: Atemwegswanddicke, prozentuales Atemwegsvolumen, Pi10-Wert (Wandstärke eines Broncos mit einem Innenumfang von 10 mm), Lumen, Durchmesser, Atemwegsvolumen, Gesamtzahl der Atemwege und eine fraktale Analyse der Atemwege (untersucht die Verzweigung der Atemwege).

Dabei zeigte sich, dass Frauen in mehreren Punkten Nachteile haben, die das COPD-Risiko erhöhen könnten. In der Gruppe der 420 Nichtraucher hatten die Männer dickere Atemwegswände. Dies könnte ein Vorteil sein, wenn die Dicke auf eine höhere Stabilität hinweist. Sie wäre von Nachteil, wenn dadurch das Lumen eingeengt wird. Dies war allerdings nicht der Fall. Frauen hatten ein geringeres Lumen der Atemwege, was bei der COPD die Obstruktion der Atemwege verstärken könnte.

Unter den 9.363 aktuellen oder Ex-Rauchern hatten die Atemwege bei den Männern ebenfalls eine größere Wandstärke, während das Lumen bei den Frauen geringer war. Frauen waren hier in allen 7 Metriken benachteiligt, was sich in einer schlechteren Lungenfunktion, stärkeren COPD-Symptomen (Dyspnoe), einer schlechteren respiratorischen Lebensqualität und einer kürzeren 6-Minuten-Gehstrecke zeigte. In der Nachbeobachtungszeit kam es zwar bei den Männern zu mehr Todesfällen.

Dies lag aber daran, dass der Gesundheitszustand der Männer schlechter war. Bezogen auf die 7 Metriken war die Mortalität der Frauen höher. Insgesamt scheinen Frauen eine geringere Reserve gegen die Entwicklung von Atemwegserkrankungen und COPD zu haben, folgert Bhatt. Dies könnte dazu beitragen, dass die Erkrankungszahlen bei Frauen in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden. © rme/aerzteblatt.de

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