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Medizin

SARS-CoV-2: Impfung schützt gebrechliche Menschen weniger gut

Donnerstag, 4. August 2022

/picture alliance, Robert Michael

Miami/Florida – Eine Impfung ist für gebrechliche Menschen die beste Möglichkeit, im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 vor einem schweren Verlauf geschützt zu sein. Die Schutzwirkung ist laut einer Studie in Lancet Healthy Longevity (2022; DOI: 10.1016/S2666-7568(22)00166-0) jedoch schwächer als bei körperlich robusten Menschen.

Die Delta-Variante von SARS-CoV-2 hat häufiger als andere zu schweren Erkrankungen geführt, vor denen eine Impfung nicht immer schützte. Dies zeigte sich auch in einer Auswertung der US-Veteranenbehörde (VA), die Fei Tang von VA Healthcare System in Miami und Mitarbeiter durchführten.

Von den 57.784 US-Veteranen, bei denen zwischen Mitte Juli und Ende September letzten Jahres eine Infek­tion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, mussten 7.857 im Krankenhaus behandelt werden und 2.577 sind innerhalb von 30 Tagen nach der Infektion gestorben.

Die hohe Morbidität von 13,6 % und Mortalität von 4,5 % hing einmal mit dem hohen Durchschnittsalter von 57,5 Jahren der infizierten Veteranen zusammen und einer beträchtlichen Komorbidität: Mehr als die Hälfte hatte eine Hypertonie und jeder vierte einen Diabetes und jeder vierte Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nieren­er­krankungen und COPD waren ebenfalls häufig.

Hinzu kam, dass etwa die Hälfte der Veteranen als gebrechlich eingestuft wurde: 21,7 % erfüllten die Kriterien des „VA Frailty Index“ vollständig, bei weiteren 29,0 % lag eine Pre-Frailty vor.

Die gebrechlichen Veteranen waren zwar zu 60 % geimpft. Dies hat allerdings nicht verhindert, dass viele wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden mussten oder gestorben sind. Tang gibt die Hospitali­sierungs­rate bei den gebrechlichen Veteranen mit 28,1 % mit Impfung und 22,8 % ohne Impfung an.

Die Impfstoffwirksamkeit betrug hier lediglich 36 % (95-%-Konfidenzintervall 30 % bis 42 %). Bei den Veteranen mit Pre-Frailty betrug sie 54 % und bei den robusten Veteranen 65 %, was schon näher an die in den Studien ermittelte Impfstoffwirksamkeit für die verwendeten mRNA-Impfstoffe heran kommt.

Glücklicherweise war die Impfstoffwirksamkeit vor einem tödlichen Verlauf mit 68 % (63-71 %) bei den gebrechlichen Veteranen höher. Die Sterberate betrug in dieser Gruppe bei den geimpften Veteranen 5,8 % gegenüber 13,5 % bei den ungeimpften Veteranen. Bei den Veteranen mit Pre-Frailty stieg die Impfstoffwirk­samkeit auf jeweils 79 % an.

Die Ergebnisse sollten laut Tang Auswirkungen auf die Impfstrategien haben. Gebrechliche Menschen benötigten möglicherweise höhere Impfstoffdosen und sollten früher und häufiger an einer Boosterung teilnehmen, fordert Tang. © rme/aerzteblatt.de

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