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Politik

Affenpocken­impfstoff: Betroffene Bundesländer sollen im August weitere Lieferung erhalten

Donnerstag, 4. August 2022

/picture alliance, Sven Hoppe

Berlin – Der Affenpockenimpfstoff Imvanex ist hierzulande fast überall knapp. Insbesondere in Berlin sind die bislang ausgelieferten 9.500 Impfdosen mittlerweile so gut wie aufgebraucht. In vielen Berliner Impfstellen gibt es lange Wartelisten mit Personen, die sich – wie von der Ständigen Impfkommis­sion empfohlen – gegen Affen­po­cken impfen lassen wollen. Termine für Zweitimpfungen können kaum vereinbart werden.

Eine gute Nachricht ist, dass die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit derzeit einen rück­läufigen Trend der Affenpockenfallzahlen in Berlin beobachtet. „Es ist davon auszugehen, dass dies noch nicht auf die Impfungen zurückzuführen ist, dafür wäre es noch zu früh, sondern eher auf eine Verhaltensänderung der Menschen als Folge von öffentlicher Aufmerksamkeit für das Thema“, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung heute dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ).

Gleichzeitig verfügt der Bund nach Recherchen des Deutschen Ärzteblattes () noch über einige Tausend Impfstoffdosen. Deutschland hat bislang 45.300 Dosen der Vakzine erhalten. Einen großen Teil dieser Impfdosen hat der Bund bereits Ende Juni/Anfang Juli an alle Bundesländer weiterverteilt. Die Lieferungen erfolgten dabei bedarfsorientiert – je nach Höhe der Affenpockenfallzahlen.

Doch bislang sind nicht alle der 45.300 Dosen bei den Ländern angekommen. Auf Nachfrage des , warum nicht alle Impfdosen weiterverteilt worden sind, erklärte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministerium (BMG): „Richtig ist, dass der Bund ein kleines Kontingent für Beschäftigte mit Risikopotenzial einbehält und eine kleine Menge als Reserve.“ Wie viele Impfdosen konkret einbehalten werden, wollte das BMG nicht beantworten.

Allerdings erläuterte die Sprecherin weiter: „Die Einrichtung einer Reserve dient unter anderem dazu, der Infekti­onsentwicklung gerecht zu werden, dynamisch auf das Infektionsgeschehen in den Ländern reagieren zu kön­nen und den Ländern mit einem zwischenzeitlich höheren Infektionsgeschehen flexibel weitere Impfstoffe zur Verfügung zu stellen.“

In diesem Sinne habe das BMG nun weitere Lieferungen initiiert und teilweise bereits durchgeführt. Konkret wolle das BMG zeitnah – voraussichtlich noch im August – weitere, wenn auch kleinere Lieferungen an die be­sonders betroffenen Bundesländer ausliefern. Dies soll in enger Absprache mit den Bundesländern erfolgen.

Zur Erklärung des Vorgehens sagte die Ministeriumssprecherin weiter: „Die erste Auslieferung des Affenpockenimpfstoffs (...) an die Länder im Juni 2022 wurde zu einem Zeitpunkt geplant, als die Fallzahlen in den Ländern noch im nie­drigen dreistelligen Bereich lagen.“ Wann die weiteren Lieferungen im August konkret erfolgen sollen, konnte die Sprecherin nicht genau sagen.

Für Entspannung könnte aber vor allem die Ankunft der bilateral bestellten 200.000 Impfdosen gegen Affenpocken sorgen. Diese Lieferung sei für Ende September geplant, so die BMG-Sprecherin. Zudem erwarte die Regierung weitere Lieferungen aus dem mit der EU-Kommission vereinbarten Lieferkontingenten. Aus diesen EU-weiten Bestellun­gen hat Deutschland Anfang Juli 5.300 Impfdosen erhalten.

Deutschlandweit verzeichnet das Robert-Koch-Institut (RKI) 2.839 Affenpockenfälle zum 4. August 2022. Berlin ist dabei am stärksten betroffen, dort sind aktuell 1.418 Fälle (Stand 3.8.2022) registriert. Entsprechend hat Berlin auch die bislang größte Lieferung mit 8.000 Impfdosen und einer zweiten Lieferung von 1.500 Dosen erhalten. © cmk/aerzteblatt.de

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