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Bundesärztekammer: Auch Fachärzte in Paxlovid-Abgabe einbeziehen

Donnerstag, 4. August 2022

/Mike Mareen, stock.adobe.com

Berlin – Der Bund will, dass das antivirale Arzneimittel Paxlovid gegen COVID-19 schneller in Deutschland ver­ordnet wird. Die bislang vorliegenden Pläne reichen aus Sicht der Bundesärztekammer (BÄK) aber nicht aus. Das geht aus einer Stellungnahme zum Referentenentwurf einer Vierten Verordnung zur Änderung der SARS-CoV-2-Arznei­mittelversorgungsverordnung hervor.

Mit dem Vorhaben sollen Ärzte, die an der vertragsärztlichen hausärztlichen Versorgung teilnehmen, sowie haus­ärztlich tätige Ärzte, die außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung tätig sind, Paxlovid bevorraten und an Patienten mit COVID-19 abgeben dürfen. Das soll auch für vollstationäre Pflegeeinrichtungen gelten – dann auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung.

Von der BÄK hieß es dazu, die Intention sei richtig. Denn es habe sich schon in den vorhergehenden Pandemie­wellen gezeigt, dass gerade durch eine schnelle und suffiziente Behandlung im Rahmen der ambulanten ärztli­chen Versorgung eine entscheidende Entlastung des Gesundheitswesens ermöglicht werde.

Zudem könnten und würden auf diesem Weg eine Vielzahl von ansonsten resultierenden stationären und zum Teil intensivmedizinischen Behandlungen vermieden. Daher sei die mit diesem Entwurf verbundene Einführung eines Dispensierrechtes für zugelassene antivirale Arzneimittel auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der bisherigen Pandemiebewältigung ein wichtiger Schritt.

Allerdings sollten nicht nur Hausärzte das Präparat bevorraten und abgeben dürfen. Vielmehr sollte das „ge­plante Recht zur Bevorratung und Abgabe der vom Bund beschafften zugelassenen antiviralen Arzneimittel von Beginn an auf alle Fachärztinnen und Fachärzte, die COVID-19-Patienten behandeln, erweitert werden“.

Da eine Einnahme dieser Arzneimittel so schnell wie möglich nach Auftreten der ersten Symptome erfolgen sollte, würde eine Rückverweisung an die hausärztlich tätigen Ärzte zu einer vermeidbaren Verzögerung der Behandlung führen, argumentiert die Bundesärztekammer.

Gerade bei der Anwendung antiviraler Medikamente seien vielfach weitere Erkrankungen und Einschränkungen insbesondere chronisch kranker Patienten zu berücksichtigen. Viele der Patienten befänden sich zudem neben der hausärztlichen auch in einer kontinuierlichen, dauerhaften fachärztlichen Behandlung.

Darüber hinaus empfindet die BÄK die Befristung der Vergütung auf den 30. September 2022 als nicht sachge­recht. „Hier ist eine angemessene Ausweitung der Befristung angezeigt.“

Vom Bund ist derzeit vorgesehen, dass Haus­ärzte je abgegebener Packung 15 Euro erhalten. Die neue Leistung sollen die Ärzte monatlich, spätestens bis zum Ende des dritten auf den Ab­rechnungszeitraum folgenden Mo­nats mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) abrechnen können.

Die Vergütung für die Monate August und September kann davon abweichend bis spätestens zum 31. Oktober 2022 erfolgen. Allerdings heißt es in dem Verordnungsentwurf auch, dass die Vergütung für die Ärzte lediglich für Leistungen, die bis zum 30. September 2022 erbracht werden, gewährt werden soll. © may/EB/aerzteblatt.de

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