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Keine Entwarnung vom RKI trotz sinkendem Coronatrend

Freitag, 5. August 2022

/picture alliance, Lothar Ferstl

Berlin – In der Corona-Sommerwelle sieht das Rober-Koch-Institut (RKI) trotz zuletzt sinkendem Trend weiter große Herausforderungen. Zwar seien Inzidenzen und weitere Werte zuletzt teils deutlich gesunken, der all­gemeine Infektionsdruck bleibe aber hoch, heißt es im RKI-Wochenbericht zu COVID-19 von gestern.

Die damit assoziierte Belastung des Gesundheitssystems bleibe ebenfalls hoch, hieß es – auch wenn sich die Betriebssituation in der vergangenen Woche leicht verbessert habe. Zugleich sieht das RKI bei Millionen Men­schen weiteren Impfbedarf.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nun deutlich um 21 Prozent gesunken. Die Inzidenzen seien im Wochenvergleich in allen Bundesländern und Altersgruppen rück­läufig.

Neben der Inzidenz, die das Infektionsgeschehen unvollständig widerspiegelt, blickt das RKI in dem Bericht noch auf einige weitere Datenquellen. Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölke­rung wie die Zahl der Arztbesuche seien zwar im Vergleich zu denen in der Vorwoche gesunken – dennoch aber weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit, stellen die Experten heraus. Zudem hätten Ausbrüche in Pflegeheimen weiter zugenommen.

Bei den Todesfällen in Verbindung mit COVID-19 spricht das RKI zuletzt von einem recht stabilen Niveau – in der vergangenen Woche wurden demnach 444 Todesfälle übermittelt. Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion und eine COVID-19-Diagnose haben, sei in der letzten Woche zum ersten Mal seit längerem wieder gesunken.

Entwarnung ist den RKI-Experten zufolge aber nicht angezeigt: Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer „weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden COVID-19-Patientinnen und Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen“.

Die Omikron-Sublinie BA.5 hat demnach auf hohem Niveau noch etwas zugelegt und ist nach den aktuellsten verfügbaren Daten in mehr als 92 Prozent der positiven Proben gefunden worden. Eine Ausbreitung der Omi­kron-Sublinie BA.2.75, über deren Mutationen sich manche Forscher zuletzt besorgt gezeigt hatten, wird laut RKI hauptsächlich in Indien und verschiedenen anderen Regionen weltweit beobachtet. Hierzulande seien insgesamt fünf Nachweise bekannt.

Schutzimpfung weiterhin wichtig

Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten und stellt erneut die große Wichtigkeit der Coronaimpfung heraus. Die Auffrischimpfung schütze weiterhin auch in Omikron-Zeiten sehr effektiv vor schweren Verläufen, weshalb neben dem Beginn der Impfung bei Ungeimpften auch bei den bisher lediglich Grundimmunisierten Impflücken geschlossen werden müssten.

Im Juni war demnach mit knapp einer Million Impfungen in rund 29.700 Impfstellen der bisherige Tiefststand des Impfgeschehens erreicht worden. Im Juli habe die Zahl der impfenden Stellen zwar weiter abgenommen, es seien mit gut einer Million aber erstmals wieder etwas mehr Impfungen als im Vormonat registriert wor­den, heißt es im Bericht.

Den Experten zufolge müssten noch etwa 1,3 Million Menschen im Alter ab 60 Jahren und etwa 7,8 Millionen Menschen unter 60 Jahren, die lediglich grundimmunisiert sind, ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen.

Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre und 1,9 Millionen ab 60. Laut aktuellem Monitoring mit Stand Anfang August sind gut 85 Prozent der erwachsenen Bevölkerung grundimmunisiert, gut 72 Prozent haben eine erste Auffrischimpfung bekommen, knapp zehn Prozent eine zweite.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI heute mit 432,2 an. Am Vortag hatte der Wert der Neuin­fektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 451,3 gelegen (Vorwoche: 607,0; Vormonat: 687,7).

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle In­fizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmel­dungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 59.506 Coronaneuinfektionen (Vorwoche: 84.798) und 165 Todesfälle (Vorwoche: 153) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich.

Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wo­chentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden. © dpa/aha/aerzteblatt.de

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