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Medizin

COVID-19: Erholung von Geschmack- oder Geruchssinn kann viele Monate dauern

Freitag, 5. August 2022

/Axel Kock stock.adobe.com

Treviso – In einer kleinen Kohortenstudie aus Italien erholten sich 88,2 % der Patienten innerhalb von 2 Jah­ren vollständig von COVID-19-assoziierten Störungen des Geschmacks- oder Geruchssinns. Eine späte Gene­sung war bei 10,9 % der Patienten zu beobachten. Das berichten Wissenschaftler in JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery (DOI: 10.1001/jamaoto.2022.1983).

„Vor dem Aufkommen der Omikron-Variante gehörten Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns zu den häufigsten Symptomen einer leichten COVID-19-Infektion“, schreiben die Autoren um Paolo Boscolo-Rizzo von der Sektion für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Universität Padua in Treviso, Italien.

Boscolo-Rizzo und seine Kollegen befragten Patienten, die zwischen 19. und 22. März 2020 am Allgemein­krankenhaus im italienischen Treviso positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, über 2 Jahre immer wieder nach Symptomen.

Nach einer ersten Befragung in der akuten Phase der Erkrankung folgten weitere nach 4 Wochen, 8 Wochen, 6 Monaten und 2 Jahren. Das Vorliegen von Symptomen wurde anhand strukturierter Fragebögen ermittelt, unter anderem mit dem Acute Respiratory Tract Infection Questionnaire und dem Sinonasal Outcome Test.

Von 202 Patienten eingeschlossenen Patienten nahmen 174 (86,1 %) an allen Folgebefragungen teil. Sechs Patienten wurden wegen (Verdachts auf) Reinfektionen mit SARS-CoV-2 ausgeschlossen.

Die verbliebenen 168 Teilnehmer (83,2 %) waren zwischen 20 und 89 Jahre alt, etwas mehr als die Hälfte waren Frauen. In der akuten Phase hatten 108 (64, 3%) angegeben, Störungen des Geschmacks- oder Geruchssinns zu bemerken (Sinonasal-Outcome-Test-Score > 0).

Nach 4 Wochen waren dies noch 64 (38,1 %), nach 8 Wochen noch 29 (17,3 %), nach 6 Monaten noch 27 (16,1 %) und nach 2 Jahren noch 14 (8,3 %). Elf Studienteilnehmer gaben Störungen des Geschmacks- oder Geruchs­­sinns erstmals bei der Folgebefragung nach 4 Wochen an, als der Abstrichtest noch positiv auf einen Infektion mit SARS-CoV-2 ausfiel.

Von den 119 Patienten, bei denen es innerhalb von 4 Wochen zu COVID-19-assoziierten Störungen des Ge­schmacks- oder Geruchssinns gekommen war, berichteten 105 (88.2 %) nach 2 Jahren, keine entsprechenden Symptome mehr zu haben. Elf (9,2 %) gaben eine Reduktion der Schwere an und 3 (2,5 %) sagten, die Symp­tome seien unverändert oder schlimmer.

Bei 13 Patienten (10,9 %) erholten sich Geschmacks- oder Geruchssinn spät (> 6 Monate nach Symptombe­ginn). Bei der Befragung nach 2 Jahren waren die häufigsten nicht den Geschmacks- oder Geruchssinn be­treffenden Symptome Fatigue (18,5 %) und Kurzatmigkeit (10,7 %). Insgesamt 47 Patienten (28,0 %) gaben bei der 2.Jahres-Befragung an, noch mindestens ein Symptom zu haben.

Die Autoren räumen ein, dass diese Ergebnisse mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden müssen, da die Angaben von den Patienten selbst stammten und die Stichprobe relativ klein war und nur aus einem Krankenhaus stammte. Dennoch könne es für die Patienten beruhigend sein zu wissen, dass die Erholung von Störungen des Geschmacks- oder Geruchssinns viele Monate dauern kann. © nec/aerzteblatt.de

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