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Krankenhäuser dringen auf Maskenpflicht in Innenräumen

Montag, 17. Oktober 2022

/picture alliance, VIE7143, Leopold Nekula

Berlin – Wegen der wieder zunehmend angespannten Coronalage in den Krankenhäusern fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) von betroffenen Bundesländern eine schnelle Rückkehr zur Maskenpflicht in Innenräumen.

„Dort, wo die Infektionszahlen besonders hoch sind, sind die Landesregierungen jetzt gefordert, aus dem Maß­nahmenpaket des neuen Infektionsschutzgesetzes die geeigneten Schritte zu ergreifen“, sagte der Vorsitzende Gerald Gaß der Passauer Neuen Presse. „Wenn nicht jetzt, wann dann ist die Zeit, zum Beispiel eine Maskenpflicht in Innenräumen zu verhängen, um die Infektionsgeschwindigkeit zu dämpfen?“

Die Lage in den Kliniken sei sehr angespannt. „Mittlerweile kann man sagen, dass an den meisten Krankenhäu­sern der Normalbetrieb nicht mehr möglich ist“, berichtete Gaß. Planbare Operationen und Behandlungen wür­den wieder verschoben, Betten mangels Personals gesperrt, und Krankenhäuser müssten sich zeitweise von der Notfallversorgung abmelden. „Das sind Dinge, die mittlerweile wohl schon in der Hälfte der Kliniken passieren. Und die Lage wird sich in den kommenden Wochen wohl noch weiter verschlechtern.“

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, bekräftigte hingegen seine seit langem vorgetragene Skepsis gegen eine Maskenpflicht. Angesichts einer hohen Immunisierungsquote sei die Lage kom­plett anders als in den vergangenen beiden Jahren. „Deshalb würde ich viel mehr auf die Eigenverantwortung der Menschen setzen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch anlasslose Tests hält er für unnötig.

Eine bundesweite Maskenpflicht gibt es nur noch in Fernzügen und -bussen, Kliniken, Arztpraxen und Pflegeein­richtungen. Daüber hinaus können die Länder sie bei Bedarf in Innenräumen einführen. Berlin und Brandenburg denken bereits darüber nach.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sowie mehrere Landesgesundheitsminister hatten sich zuvor für die Wiedereinführung der Maskenpflicht etwa in Geschäften ausgesprochen. Nach aktueller Rechtslage müs­sen darüber die Bundesländer jeweils für sich entscheiden. Grundlage dafür ist das aktuelle Infektionsschutzge­setz.

Nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) wollen die meisten Landesre­gierungen vorerst noch abwarten. Konkrete Überlegungen für verschärfte Maskenpflichten gibt es bisher nur in Berlin und Bran­den­burg. In Niedersachsen gilt ein Stufenmodell, das Maskenpflichten von der Krankenhausbelegung mit Coronainfizierten abhängig macht.

Bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stieß die DKG-Forderung auf Widerspruch. Er sei in diesem Punkt „derzeit zurückhaltend“, betonte Söder der Bild am Sonntag. Jeder könne sich vor einer Coronainfektion selbst schützen, indem er sich impfen lasse und freiwillig eine Maske trage, fügte der CSU-Chef an.

Im Spiegel warnte der Chef des Berliner Universitätsklinikums Charité, Heyo Kroemer, vor einer sich insgesamt zuspitzenden Situation in den Krankenhäusern. „Wenn wir nicht aufpassen, werden wir dieses in Deutschland selbstverständliche Niveau medizinischer Versorgung nicht mehr lange gewährleisten können“, sagte er darin laut Vorabmeldung von gestern.

Kroemer äußerte sich dabei mit Blick auf die Belastungen durch Corona sowie andere aktuelle Entwicklungen wie die Energiepreiskrise. „Wir erleben gerade, wie sich viele Notlagen gegenseitig verschärfen: die Klimakrise, die Energiekrise, der Krieg in der Ukraine, die Inflation.“ Das betreffe die Krankenhäuser als „Spiegel der Gesellschaft“, sagte der Vorstandschef. © afp/aerzteblatt.de

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