NewsVermischtesEntlassmanagement: IT-gestütztes Projekt senkt ungeplante Wiederaufnahmen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Entlassmanagement: IT-gestütztes Projekt senkt ungeplante Wiederaufnahmen

Donnerstag, 27. Oktober 2022

/ronstik, stock.adobe.com

Berlin – Positive Effekte auf die Nachsorge nach einer stationären Behandlung könnte das Entlassmanage­ment­projekt USER haben. Die USER-Intervention ist nach Analyse von Gunter Laux, Versorgungsforscher am Universitätsklinikum Heidelberg, mit einer um 13,5-prozentigen verringerten Chance für eine ungeplante Krankenhauswiederaufnahme assoziiert.

Pro Jahr werden rund 19,5 Millionen Menschen in Deutschland stationär im Krankenhaus behandelt. Viele von ihnen benötigen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Anschlusstherapien. Den Erkrankten die indivi­du­ell auf sie zugeschnittene Nachsorge zuteil werden zu lassen, stellt jedoch im derzeitigen System oft eine Herausforderung dar.

Hier soll das Projekt USER für Verbesserungen sorgen und Versorgungslücken nach der Entlassung aus dem Krankenhaus vermeiden helfen. Bereits im Krankenhaus soll eine frühzeitige und passgenaue Identifizierung von Versorgungsbedarfen der Erkrankten ermittelt werden.

So sollen beispielsweise benötigte Hilfsmittel, bestehende Rehabilitations- oder Pflegebedarfe frühzeitig erkannt und die notwendigen Schritte aufseiten der Krankenhäuser und Krankenkassen eingeleitet werden.

Neben der Integration von digitaler Antragsstellung und Genehmigung soll dazu auch ein Algorithmus beitra­gen. Dieser soll auf Grundlage von Routinedaten der Krankenkassen per speziellem Score zuverlässige Prog­no­sen über den künftigen Behandlungsbedarf erzeugen.

Die Evaluation ergab neben dem positiven Effekt auf den „Drehtüreffekt“ durch Wiederauf­nahmen auch positi­ves Feedback seitens der Krankenhausmitarbeiter. Laut Ruth Lingnau vom Institut für angewandte Qualitäts­förderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQua-Institut) habe es zwar einen relativ hohen Aufklärungs­aufwand gegeben, im Nutzungsalltag zeigten sich die Klinikmitarbeiter aber insgesamt zufrieden.

Laut der Aqua-Befragung seien kaum technische Probleme beklagt worden, zudem hätten alle benötigten Fall-Informationen schnell vorgelegen. Insbesondere bei der Identifikation von Patienten mit hohem Nach­sorgebedarf und desorientierten Patienten biete das Konzept mit dem bestimmbaren Bedarfsscore nach Einschätzung der Entlassmanager beziehungsweise der Sozialdienste Vorteile, so Lingnau.

Das Projekt USER wurde vom Innovationsfonds mit etwa 3,5 Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI), die Bitmarck Service, die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn See, das Universitätsklinikum Heidelberg, der BKK Dachverband sowie die Knappschaft Kliniken. © aha/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER