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Medizin

Rheumatoide Arthritis: Medikamente vermindern Entzündungen in den Arterien

Montag, 12. Dezember 2022

/jaojormami, stock.adobe.com

New York – Die Entzündungen in den Arterienwänden, die für das erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko von Patienten mit rheumatoider Arthritis verantwortlich gemacht werden, lassen sich durch die Basistherapeutika vermindern, die die Patienten zur Vermeidung von Gelenkschäden erhalten. Dies kam in einer Studie in den Annals of the Rheumatic Diseases (2022; DOI: 10.1136/ard-2022-223302) heraus.

Rheumapatienten haben ein um etwa 50 % erhöhtes Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Verantwortlich sind vermutlich die Zytokine, die bei den Entzündungsreaktionen in den Gelenken gebildet werden und auch im Blut nachweisbar sind.

Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass erhöhte Zytokinspiegel (etwa Interleukin (IL)-1beta, TNF, IL-6) die Atherosklerose fördern. Viele Basistherapeutika, die bei der rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden, senken die Konzentration dieser Zytokine, was sich langfristig günstig auf das Herz-Kreislauf-Risiko auswirken könnte.

Einige Basistherapeutika der rheumatoiden Arthritis sind zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Nichtrheumatikern in der Diskussion. Das Biologikum Canakinumab, das IL-1beta neutralisiert, hat in einer randomisierten Studie bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten und bei denen ein erhöhtes CRP auf eine Entzündungsreaktion im Körper hinwies, die Zahl weiterer kardiovaskulärer Ereignisse gesenkt (NEJM 2017; DOI: 10.1056/NEJMoa1707914). Auch der ältere Immunmodulator Colchicin war dazu in der Lage (NEJM 2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1912388), nicht aber das am häufigsten beim Gelenkrheuma eingesetzte Basistherapeutikum Methotrexat (NEJM 2019; DOI: 10.1056/NEJMoa1809798).

Diese Studien waren nicht speziell bei Rheumatikern durchgeführt worden. Welche Auswirkungen die immun­modulatorische Basistherapie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis hat, ist bisher nicht in größeren randomisierten Studien untersucht worden.

Einen Hinweis könnte jetzt die Auswertung einer früheren rando­misierten Studie geben, die die Auswirkungen einer Biologikabehandlung (Methotrexat plus Adalimumab) mit einer Tripletherapie ohne Biologikum (Methotrexat plus Sulfasalazin plus Hydroxychloroquin) verglichen hat.

Bei den 115 Teilnehmern war vor der Behandlung und nach 24 Wochen eine Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie (PET/CT) durchgeführt worden. Vor der Untersuchung wurde den Patienten 18F-Fluordesoxyglucose injiziert.

Der Marker reichert sich in entzündlichen Läsionen an, unter anderem auch in den Blutgefäßen. Das „TARGET Trial Consortium“ um Daniel Solomon vom Brigham and Women’s Hospital in Boston hat untersucht, wie sich die Behandlung auf die Entzündung in den Gefäßwänden auswirkt. Primärer Endpunkt war die „Target-to-Background“-Rate (TBR) in den Halsschlagadern und in der Aorta.

Wie die Forscher jetzt berichten, kam es in den beiden Gefäßen unter der Behandlung zu einem Rückgang der TBR, obwohl sich andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Blutdruck und Cholesterin eher verschlechtert hatten.

Interessanterweise gab es zwischen den beiden Therapieansätzen keine Unterschiede. Eine konventionelle Tripletherapie war in gleicher Weise in der Lage, die Entzündungsreaktion in den Arterien zu hemmen wie ein „modernes“ Biologikum. Beide Therapien könnten deshalb den Patienten helfen, nicht nur die Gelenk­zer­störungen durch die rheumatoide Arthritis zu vermeiden. Ein günstiger Nebeneffekt könnte in einem verminderten Risiko auf einen Herzinfarkt oder andere Folgen der Atherosklerose bestehen. © rme/aerzteblatt.de

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