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Ärzteschaft

Social Media beeinflusst Körperbild junger Menschen immer stärker

Mittwoch, 14. Dezember 2022

/terovesalainen, stock.adobe.com

Köln – Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Snapchat beeinflussen das Körperbild von Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer mehr. Das geht aus einer Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hervor. Die sogenannte DGÄPC Statistik wird seit 14 Jahren erhoben und zeigt laut der Fachgesellschaft daher auch gesellschaftliche Trends im Zeitverlauf.

Während im Jahr 2020 lediglich 2,3 Prozent der Befragten und 2021 4,0 Prozent der Befragten angaben, dass Posts in den sozialen Medien den Wunsch nach persönlicher Veränderung verstärkten, sind es 2022 insgesamt 10,6 Prozent aller Befragten. Das erste Mal gaben mit 0,7 Prozent in diesem Jahr auch männliche Umfrageteilnehmer an, sich davon beeinflussen zu lassen.

Bei der jungen Zielgruppe unter 30 Jahren war die Steigerung besonders deutlich: von 9,0 Prozent im Jahr 2021 auf 20,9 Prozent in diesem Jahr. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass Prominente und Influencer ihnen das Gefühl vermittelten, der „Gang zum Beautydoc“ sei normal.

„Diese Entwicklung ist besorgniserregend. Die Perfektion, die von Filtern und spezieller Software auf den sozialen Medien sugge­riert wird, ist häufig realitätsfern“, sagte Alexander Hilpert, Präsident der DGÄPC. Filter streckten die Silhouette, idealisierten Proportionen, befreiten die Haut von Makeln und vergrößerten Augen und Lippen, erläuterte er.

Die Fachgesellschaft empfiehlt daher eine Kennzeichnungspflicht für kommerziell genutzte und durch Software optimierte Bilder, wie dies bereits in Norwegen und Frankreich der Fall sei. Sie mache erkennbar, dass die Darstellung eines Körpers oder Gesichts digital bearbeitet sei. „Ziel sollte sein, jungen Menschen den Druck zu nehmen, einer vermeintlichen Perfektion nachzueifern“, so Hilpert. © hil/aerzteblatt.de

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