Hochschulen
Geschlechtersensible Medizin: Acht medizinische Fakultäten kooperieren
Dienstag, 20. Dezember 2022
Bielefeld – Ein neuer Zusammenschluss soll vorantreiben, dass die Medizin allen Geschlechtern gerecht wird: das Netzwerk geschlechtersensible Medizin NRW. Gegründet wurde es von den medizinischen Fakultäten der Universitäten Aachen, Bielefeld, Bochum, Duisburg-Essen, Düsseldorf, Köln, Münster und Witten-Herdecke. Initiatorin des Netzwerks ist die Medizinische Fakultät der Universität Bielefeld.
Frauen und Männer reagierten häufig unterschiedlich auf Erkrankungen und Therapien, doch „immer noch werden biologische und soziokulturelle Geschlechterunterschiede in der medizinischen Versorgung ebenso wie in der Forschung unzureichend beachtet“, betonte Sabine Oertelt-Prigione, Professorin für geschlechtersensible Medizin an der Universität Bielefeld.
„Nur durch Austausch, Zusammenarbeit und Beteiligung vieler wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Gruppen werden wir die flächendeckende Berücksichtigung der geschlechtersensiblen Medizin in Deutschland erreichen“, so Oertelt-Prigione.
Das jetzt gegründete Netzwerk soll die Auseinandersetzung mit dem Thema an den beteiligten Fakultäten stärken. Der neue Zusammenschluss organisiert sich unter dem Dach des Netzwerkes Frauen- und Geschlechterforschung NRW – darin engagieren sich wiederum mehr als 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von insgesamt 40 Hochschulen und sechs hochschulnahen Forschungseinrichtungen.
Unter anderen sollen im Netzwerk künftig gemeinschaftlich geschlechtersensible Lehrmaterialen erstellt, Forschungsprojekte angebahnt sowie Tagungen und Vorträge organisiert werden.
Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld und langjährige Leiterin des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW, erwartet, dass das neue Netzwerk an den beteiligten Universitäten Innovationen in der Krankenversorgung, Forschung und Lehre bringt. „Geschlechtersensible Medizin ist ein essenzieller Baustein dafür, individuelle Krankheitsbilder von Patientinnen besser zu verstehen“, so Hornberg. Das spiele auch eine wichtige Rolle bei chronischen Erkrankungen, die je nach Alter und Geschlecht unterschiedlich verbreitet sind. © EB/aha/aerzteblatt.de

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