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Medizin

Unterschiedliche Ernährungspläne können das Leben verlängern

Donnerstag, 19. Januar 2023

/exclusive-design, stock.adobe.com

Boston – Eine gesunde Ernährung kann einen Beitrag für ein langes Leben leisten. Das Ziel lässt sich dabei auf unterschiedlichen Wegen erreichen, wie eine prospektive Studie in JAMA Internal Medicine (2023; DOI: 10.1001/jamainternmed.2022.6117) zeigt, die 4 verschiedene Ernährungspläne untersucht hat.

Ernährungswissenschaftler machen heute keine festen Vorgaben für den Gehalt von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen oder die Zufuhr von Vitaminen oder Antioxidanzien, weil sich dies im Alltag kaum umsetzen lässt. Stattdessen werden konkrete Nahrungsmittel empfohlen.

Die meisten Diäten sprechen sich dabei für den häufigen Verzehr von Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Nüs­sen und Hülsenfrüchten aus. Es gibt aber Unterschiede: Die mediterrane Diät fördert den Verzehr von Fischen und erlaubt Alkohol in gewissen Mengen. Die „Healthful Plant-based Diet“ setzt den Schwerpunkt auf eine vegetarische Ernährung.

Ein Team um Frank Hu von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston hat die Auswirkungen von vier verschiedenen Ernährungsplänen auf die Lebenserwartung untersucht. Dazu gehörten neben der „Alternate Mediterranean Diet“ (AMED) und dem „Healthful Plant-based Diet Index“ (HPDI) auch der „Healthy Eating Index 2015“ (HEI-2015), der ursprünglich vom US-Landwirtschaftsministerium herausgegeben wurde, und der „Alternate Healthy Eating Index“ (AHEI), den Forscher der Harvard Universität entworfen haben.

Die Auswirkungen der Ernährung auf die Sterblichkeit wurden an den Daten der „Nurses’ Health Study“ (NHS) und der „Health Professionals Follow-up Study“ (HPFS) untersucht. An der NHS nahmen seit 1976 121.700 Krankenschwestern im Alter von 30 bis 55 Jahren teil.

Der HPFS umfasst 51.529 männliche Angehörige der Gesundheitsberufe, die zu Beginn der Studie 40 bis 75 Jahre alt waren. In beiden Studien wurden die Teilnehmer alle 2 bis 4 Jahre zu ihren aktuellen Ernährungs­gewohnheiten befragt, was ein Vorteil gegenüber den meisten anderen Studien ist, die ihre Teilnehmer nur ein einziges Mal befragen.

Nach den Berechnungen von Hu und Mitarbeitern lässt sich für jede der 4 Diäten eine günstige Wirkung auf das (vorzeitige) Sterberisiko ermitteln, wobei die Ergebnisse sich kaum unterscheiden. Für die Teilnehmer im oberen Quintil des AHEI ermittelt Hu eine adjustierte Hazard-Ratio (HR) von 0,80, was eine um 20 % vermin­derte Mortalität bedeutet.

Für den verwandten HEI-2015 betrug die HR 0,81, für den AMED-Score 0,82 und für den HPDI 0,86, was eine Reduktion des vorzeitigen Sterberisikos um 19 % bis 14 % für das Fünftel der Teilnehmer bedeutet, die sich am besten an die Empfehlungen gehalten hatten. Die 95-%-Konfidenzintervalle der einzelnen HR überschnei­den sich, so dass sich aus den Ergebnissen kein Vorteil einer einzelnen Ernährung ableiten lässt.

Das gilt auch für die einzelnen Todesursachen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs, Atemwegserkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen), nach denen Hu die Ergebnisse aufschlüsselt.

Auch für die verschiedenen Untergruppen nach Alter, Geschlecht, Herkunft und möglichen Risikofaktoren wie hoher Body-Mass-Index, Tabakrauchen, zu viel Alkohol, zu wenig Sport, sowie Diabetes, Herzinfarkt und/oder Krebserkrankungen in der Familie bestehen für alle 4 Ernährungsformen ähnliche Vorteile, wobei die Asso­zi­ationen aufgrund der großen Teilnehmerzahl der beiden Studien fast durchweg signifikant sind.

Eine gesunde Ernährung lohnt sich demnach für alle Bevölkerungsgruppen, wobei sie je nach Vorliebe zwischen den verschiedenen Ernährungsformen wählen können. © rme/aerzteblatt.de

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