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Medizin

Katheter­infektionen: A. baumannii könnte aus der Blase der Patienten stammen

Montag, 23. Januar 2023

/9kwan, stock.adobe.com

St. Louis/Missouri – Katheterinfektionen mit Acinetobacter baumannii, die wegen der Neigung des Erregers zur Resistenzbildung in Kliniken gefürchtet werden, sind nicht zwangsläufig Folge von Hygienefehlern.

Eine tierexperimentelle Studie in Science Translational Medicine (2023; DOI: 10.1126/scitranslmed.abn8134) zeigt, dass der Erreger nach einer Infektion in den Zellen der Schleimhaut persistieren kann und dann (nicht nur) bei abwehrgeschwächten Mäusen durch einen Harnwegskatheter aktiviert wird.

Acinetobacter baumannii hat sich in den letzten Jahren zu einem der häufigsten Erreger von Krankenhausin­fektionen entwickelt. Neben Pneumonien hat auch die Zahl der katheterassoziierten Harnwegsinfektionen zugenommen. Bei diesen Infektionen wird in der Regel eine nosokomiale Genese angenommen.

Die Experimente, die ein Team um Mario Feldman von der Washington University School of Medicine in St. Louis/Missouri durchgeführt hat, lassen Zweifel an dieser Annahme aufkommen. Die Forscher haben verschiedene Mäuse, darunter solche mit einer angeborenen Immunschwäche, mit A. baumannii infiziert.

Nachdem die Harnwegserkrankung abgeklungen und die Urinproben über mehrere Wochen keimfrei waren, wurde bei den Tieren ein Harnwegskatheter gelegt, selbstverständlich unter Einhaltung der üblichen Hygiene­regeln.

Bei 53 % der immungeschwächten Mäuse kam es innerhalb von 24 Stunden zu einer Harnwegsinfektion mit Zystitis, Pyelonephritis oder auch einer Sepsis. Von den Mäusen ohne Immunschwäche erkrankten 9 % der Tiere.

Die PCR-Tests zeigten, dass es sich um denselben (multiresistenten) Stamm handelte, mit dem die Tiere ursprünglich infiziert worden waren. Die immunkompetenten Tiere einer Vergleichsgruppe, die sich von der ersten Infektion erholt hatten und später keinen Katheter erhielten, blieben gesund.

Untersuchungen der Schleimhaut ergaben, dass die Bakterien bei immungeschwächten Tieren intrazelluläre Reservoire gebildet hatten, die laut Feldman als Ausgangspunkt für die reaktivierten Infektionen infrage kommen, die offenbar durch das Legen des Katheters getriggert wurden.

Eine Auswertung früherer Studien durch Feldman ergab, dass etwa 2 % aller Menschen A. baumannii im Urin haben, ohne dass sie Beschwerden einer Harnwegsinfektion haben. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Menschen, die chronisch mit A. baumannii infiziert sind, ohne dass die Bakterien ausgeschieden werden, weil sie intrazelluläre Reservoire gebildet haben, aus denen nicht ständig Bakterien freigesetzt werden. © rme/aerzteblatt.de

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