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Glioblastome: Verfahren soll lokale Chemotherapie verbessern

Freitag, 20. Januar 2023

/freshidea, stock.adobe.com

Würzburg – Eine Arbeitsgruppe der Neurochirurgie am Uniklinikum Würzburg entwickelt gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ein neuartiges Verfahren zur lokalen Chemotherapie von Glioblasto­men. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt „GlioGel“ mit 1,6 Millionen Euro.

Charakteristisch für ein Glioblastom ist, dass es unkontrolliert in das gesunde Hirngewebe infiltriert. „Wenn wir den Tumor nach derzeitigem Therapiestandard behandeln, also operativ entfernen, den Bereich anschlie­ßend bestrahlen und über mehrere Wochen eine systemische Chemotherapie verabreichen, schaffen wir es aktuell nicht, alle Tumorzellen abzutöten“, sagte Mario Löhr, leitender Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik am Uniklinikum Würzburg.

Löhr und Carsten Hagemann, Leiter der Sektion Experimentelle Neurochirurgie in der Klinik, haben daher ge­meinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg ein Konzept für ein neuartiges Be­hand­lungsverfahren entwickelt.

„Da viele Therapeutika die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden und daher ineffektiv sind, haben wir über­legt, wie wir die Wirkstoffe lokal applizieren können, um so die Therapieeffizienz zu steigern“, erläuterte Hagemann.

Die Forscher verwenden dazu ein am Fraunhofer-Institut entwickeltes Vlies, das bereits medizinisch zuge­lassen ist. Das Material löst sich im Verlauf der Wundheilung nach sechs bis acht Wochen vollständig auf. Das Vlies wird mit Chemotherapeutika modifiziert und kann in die Resektionshöhle eingesetzt werden, also an den ursprünglichen Ort des Tumors.

„Die resorbierbaren Kieselgelfasern lassen sich einfach an den Resektionsbereich anpassen, zersetzen sich im Laufe der Zeit und geben so konstant die Wirkstoffe lokal ab“, so Hagemann.

Die Forscher arbeiten im Augenblick daran, das Verfahren in vitro weiterzuentwickeln und zu testen. Anschlie­ßend ist geplant, in einer tierexperimentellen Studie zu prüfen, ob es das Überleben verlängern kann. © hil/aerzteblatt.de

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