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Medizin

Auch bei Blutkrebs­erkrankungen gute Immunantwort auf Coronaimpfungen

Dienstag, 24. Januar 2023

/Trsakaoe, stock.adobe.com

Freiburg/München – Eine Impfung gegen COVID-19 schützt auch Menschen mit Lymphdrüsenkrebs und multiplem Myelom. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Andrea Keppler-Hafkemeyer und Christine Greil vom Universitätsklinikum Freiburg und Oliver Keppler von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fachmagazin Nature Cancer (2022, DOI: 10.1038/s43018-022-00502-x).

Hintergrund ist, dass Menschen mit Blutkrebserkrankungen häufig eine Immunschwäche und damit verbun­den ein erhöhtes Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung haben. Zudem führen einige Krebstherapien dazu, dass diese Patienten keine oder kaum Antikörper nach COVID-19-Impfung gegen SARS-CoV-2 bilden.

Allerdings können durch eine Impfung auch T-Zellen aktiviert werden, die insbesondere für die langfristige Immunantwort zuständig sind. Die Forscher analysierten die Immunantwort von 60 Patienten, die an einem Lymphom oder einem multiplen Myelom erkrankt waren und mit einem RNA-Impfstoff dreifach gegen SARS-CoV-2 geimpft wurden.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass fast alle Studienteilnehmer eine starke T-Zell-Antwort auf die COVID-19-Impfung aufweisen“, sagte Keppler-Hafkemeyer. Dies sei wahrscheinlich ein wichtiger Grund dafür, dass Durchbruchsinfektionen auch bei den Studienteilnehmern, die aufgrund ihrer Therapie zunächst keine spe­zifischen Antikörper nach Impfung bilden konnten, nur leicht bis mittelschwer ausgefallen seien, so Greil.

Ein weiterer Faktor ist laut den Wissenschaftlern die Qualität von gebildeten Antikörpern. Sie verglichen in einem nächsten Schritt neben den T-Zell-Antworten daher auch die Quantität und Qualität von Antikörpern gegen das Spikeprotein nach 2- und 3-maliger COVID-19-Impfung bei Patienten mit Blutkrebs und bei gesunden Probanden.

Es zeigte sich: Patienten, die Antikörper bilden können, produzieren Antikörper von besonders hoher Qualität. Diese sind bereits nach der 2. Impfung in der Lage, unterschiedliche SARS-CoV-2-Varianten zu neutralisieren und somit zu inaktivieren. Diese Fähigkeit ist bei dieser Patientengruppe offenbar stärker ausgeprägt als bei geimpften gesunden Menschen.

„Die COVID-19-Impfung kann eine sehr breite antivirale Immunität – einschließlich hochpotenter neutralisie­render Antikörper – bei verschiedenen Blutkrebserkrankungen hervorrufen. Daher kann die Mehrfachimpfung für Patienten mit Lymphdrüsenkrebs oder einem multiplen Myelom ohne Therapieunterbrechung empfohlen werden“, lautet Kepplers Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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