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Ausland

Kinder aus Yanomami-Gebiet sterben an Krankheiten und Unterernährung

Dienstag, 24. Januar 2023

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Ariana Cubillos

Rio de Janeiro – Im Indigenen-Schutzgebiet der Yanomami in Brasilien sind im vergangenen Jahr rund 100 Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung, Lungenentzündung, Malaria oder anderen Infektionskrankheiten gestorben.

Wie das brasilianische Gesundheitsministerium vorgestern mitteilte, waren darunter 67 Kinder unter einem Jahr. Das Ministerium erklärte, es sei sich der „Dringlichkeit“ in dem Gebiet „bewusst“ und berichtete von einer „Evaluierung“ vor Ort.

Der seit drei Wochen amtierende brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besuchte vorgestern ge­meinsam mit der Ministerin für indigene Völker, Sonia Guajajara, Boa Vista im nördlichen Amazonasstaat Ro­raima, wo sich ein Teil des Yanomami-Gebiets befindet.

„Was ich gesehen habe, hat mich erschüttert. Ich bin hierher gekommen, um zu sagen, dass wir unsere Indige­nen wie Menschen behandeln werden“, schrieb er auf seinem Twitter-Account.

Auf dem Yanomami-Territorium leben rund 30.400 Menschen. Das Gebiet erstreckt sich über die Bundesstaa­ten Roraima und Amazonas sowie Teile des benachbarten Venezuela. Aufgrund der Zerstörung des Regenwal­des haben sie zunehmend Schwierigkeiten, sich zu ernähren.

Befeuert vom steigenden Goldpreis hat in den vergangenen Jahren auch der illegale Goldabbau in der Ama­zonasregion zugenommen. Illegalen Goldgräbern mit Verbindungen zum organisierten Verbrechen werden zahlreiche Vergehen zulasten indigener Gemeinschaften vorgeworfen, darunter die Vergiftung von Flüssen mit Quecksilber, aber auch gewaltsame und teils tödliche Angriffe auf Bewohner von Indigenen-Reservaten.

Die Yanomami bezichtigen illegale Goldgräber auch der sexuellen Übergriffe auf Frauen und Mädchen. Unter dem rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro hatten Brände und Abholzungen im brasilianischen Regenwald stark zugenommen. Lula versprach bei seinem Amtsantritt, die Abholzung zu stoppen und Schutzprogramme zu reaktivieren. © afp/aerzteblatt.de

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