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Aussagekraft des Body-Mass-Index ist begrenzt

Dienstag, 24. Januar 2023

/Ralf Geithe, stock.adobe.com

Heidelberg – Der Body-Mass-Index (BMI) spiegelt das Risiko für Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen aufgrund von Adipositas nur sehr begrenzt wider. Darauf hat das Büro der Nako-Gesundheitsstudie hinge­wiesen.

Der BMI sei aufgrund seiner weltweiten Akzeptanz und der einfachen Berechnung aus Körpergewicht und Größe zwar nützlich, um eine erste Einschätzung der Adipositas in der Bevölkerung vorzunehmen, das Krank­heitsrisiko auf individueller Ebene spiegele aber nicht immer richtig wider.

Gründe dafür seien, dass der BMI keine Informationen über die Körperzusammensetzung liefere. Er könne zum Bei­spiel nicht zwischen Muskel- und Fettmasse unterscheiden und berücksichtige auch die Verteilung und Art des Fett­­gewebes nicht.

„Der prozentuale Körperfettanteil bei Frauen ist in der Regel höher als bei Männern mit gleichem BMI. Zudem spielt es eine wichtige Rolle, wo sich das Fettgewebe am Körper ansammelt, denn Fettgewebe ist nicht gleich Fettge­we­be“, hieß es aus dem Nako-Studienzentrum. Insbesondere die Unterscheidung zwischen Unterhaut- und Organfettgewebe stehe im Fokus der Forschung.

Das tieferliegende Organfettgewebe gelte als hormonell aktiv, das bedeute, es schütte Entzündungsmarker aus, die mit einem erhöhten Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 und koronarer Herzkrankheit einhergingen. „Daneben ist auch die Menge an Muskeln von zentraler Bedeutung. So führt ein hoher Muskelanteil dazu, dass das Gewicht und somit der BMI steigen“, hieß es.

In der Nako-Studie kämen daher neben den klassischen Messungen von Körpergröße, -gewicht und Taillen- bezie­h­ungs­weise Hüftumfang weitere Methoden zum Einsatz, etwa die multifrequente bioelektrische Im­pe­danzanalyse. Diese könne zwischen Fettmasse und Muskelmasse unterscheiden. Außerdem werde das Unter­hautfettgewebe und das Organfettgewebe in der Bauchregion mit Hilfe von Ultraschall ermittelt.

Einige Studienzentren setzten zudem weitere bildgebende Verfahren wie MRT-Aufnahmen des Körpers sowie ein 3-D-Bodyscan für die bildliche Darstellung der äußeren Körperform ein. „Diese Fülle an verschiedenen kör­perbezogenen Daten bietet die Chance, eine neue Perspektive auf den Zusammenhang zwischen körper­lichen Merkmalen, deren Veränderung über die Zeit und der Entstehung von chronischen Erkrankungen abzubilden“, hieß es aus dem Studienzentrum.

Die Nako-Gesundheitsstudie ist eine Langzeitbevölkerungsstudie. Sie wird von einem Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen organisiert und durchgeführt. Ziel ist es, den Ursachen für die Entstehung von Volkskrankheiten, wie Krebs, Diabetes, Infektionskrankheiten und Herzinfarkt auf den Grund zu gehen. © hil/aerzteblatt.de

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