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Ärzteschaft

Tarifgespräche für Ärzte an kommunalen Kliniken vertagt

Montag, 23. Januar 2023

/picture alliance, XAMAX

Berlin – Die heute begonnenen Tarifverhandlungen für die mehr als 60.000 Ärzte an den kom­munalen Kran­kenhäusern sind ergebnislos geblieben. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und der Marburger Bund (MB) haben sich vertagt. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 13. und 14. Februar stattfin­den.

Die Ärztegewerkschaft fordert, die Gehälter der Ärzte mit Wirkung ab 1. Januar 2023 im Umfang der kumulier­ten monatlichen Inflationsentwicklung seit Oktober 2021 zuzüglich 2,5 Prozentpunkte anzu­heben. Allein in der Zeit von Oktober 2021 bis Oktober 2022 betrug die kumulierte Preissteigerung 10,4 Prozent.

Der Marburger Bund habe heute fast zwölf Prozent als Forderung benannt, erklärte Wolfgang Heyl, Vorsitzen­der des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen und Verhandlungsführer der VKA. Viele kommunale Krankenhäuser schrieben bereits rote Zahlen. Eine weitere Belastung durch zusätzlich steigende Personalkosten sei nicht verkraftbar.

Diese Forderung berücksichtigt Heyl zufolge auch nicht, dass sich die Entgelte der Ärzte trotz der Inflation in den vergangenen zehn Jahren real um rund 14 Prozent erhöht hätten. „Trotz der Inflation haben die Ärztinnen und Ärzte auch heute noch mehr Geld im Portemonnaie.“

Bereits im Mai 2022 sei für die Ärztinnen und Ärzte ein Tarifabschluss mit einer Entgeltsteigerung um 3,35 Prozent vereinbart worden. Die Forderung eines Inflationsausgleichs sei „nicht darstellbar“. Die kommunalen Arbeitgeber appellierten im Auftaktgespräch an den Marburger Bund, die Problemlagen der kommunalen Krankenhäuser nicht außer Acht zu lassen.

Der Marburger Bund bezeichnete den Auftakt als „ernüchternd“. Statt sich inhaltlich mit der Gehaltsforderung für die Ärzte auseinanderzusetzen und auf die berechtigten Anliegen in den kommunalen Kliniken einzuge­hen, habe der VKA lediglich die schlechte Finanzsituation vieler Krankenhäuser beklagt.

„Das Problem ist, dass der Tarifvertrag kein Ausgleichs­mecha­nis­mus für eine über Jahre verfehlte Kranken­haus­finanzierung sein kann“, sagte der MB-Verhandlungsführer und 2. Vorsitzender des MB, Andreas Botzlar. Man erwarte für die nächste Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot der Arbeitgeber.

Möglicherweise müssten die Ärztinnen und Ärzte ihren Forderungen auch Nachdruck verleihen. „In Anbetracht dieser zwar vorhersehbaren, aber gleichwohl enttäuschenden Reaktionen der kommunalen Arbeitgeber auf die seit Wochen bekannte Forderung der Ärzteschaft ist davon auszugehen, dass die Ausein­andersetzung in diesem Jahr ausgesprochen zäh wird“, sagte ein MB-Sprecher dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage. © may/aerzteblatt.de

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