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Ausland

Reiche Staaten sollen selbst in Ausbildung investieren

Dienstag, 24. Januar 2023

/picture alliance, dpa, Eszter Farkas

Genf – Der International Council of Nurses (ICN) hat die reichen Staaten aufgerufen, auf die massenweise Abwerbung von Gesundheitspersonal in armen Staaten zu verzichten und stattdessen selbst in die Ausbil­dung zu investieren.

Sieben bis acht reiche Staaten – allen voran Großbritannien, die USA und Kanada – seien verantwortlich für rund 80 Prozent der ins Ausland gehenden Krankenpflegekräfte, erklärte die Organisation mit Sitz in Genf.

Derartige Massenabwerbungen vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern mit instabilem Gesund­heits­system seien kaum zu rechtfertigen. erklärte der Verband.

Es gebe sehr Besorgnis erregende Fälle, sagte ICN-Generaldirektor Howard Catton. So gebe es beispielsweise Verhandlungen zwischen Großbritannien und Ghana, wonach London dem Land pro Pflegekraft 1.000 Pfund (1.140 Euro) zahlen wolle.

Dies trage „in keinster Weise den Ausbildungskosten für diese Krankenschwester Rechnung“, kritisierte Catton. Auch der Verlust für das ghanaische Gesundheitssystem bleibe dabei unberücksichtigt.

Auch mit Nepal hat London demnach ein derartiges Abkommen geschlossen – obwohl in Großbritannien
80 Pflegekräfte auf 10.000 Einwohner kommen und in Nepal nur 20. Damit würden Krankenpflegekräfte aus einem ohnehin schwachen System abgezogen, in der Folge könne an einzelnen Orten die Gesundheitsver­sor­gung vollständig zusammenbrechen.

ICN-Präsidentin Pamela Cipriano zeigte sich „sehr besorgt“ über die Praxis und mahnte die reichen Staaten, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Sie müssten dafür sorgen, dass sie ihren Bedarf an Pflegekräften durch Ausbildung im eigenen Land decken können.

Der 1899 gegründete ICN ist ein Bündnis von mehr als 130 Pflegeverbänden aus aller Welt, die rund 28 Millionen Pflegekrkäfte vertreten. © afp/aerzteblatt.de

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