NewsMedizinHerzfehler: Diabetes der wichtigste Risikofaktor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Herzfehler: Diabetes der wichtigste Risikofaktor

Montag, 13. März 2023

/SciePro, stock.adobe.com

Helsinki – Die Kinder von Frauen mit einem Typ-1-Diabetes haben ein fast 4-fach erhöhtes Risiko, mit einem Herzfehler geboren zu werden. Eine bevölkerungsweite Registerstudie aus Finnland in MedRxiv (2023; DOI: 10.1101/2023.02.14.23285825) ermittelt auch für den Typ-2-Diabetes ein 2-fach erhöhtes Risiko, während ein Gestationsdiabetes oder eine Adipositas keine teratogene Wirkung hatten.

Die Adipositasepidemie hat dazu geführt, dass immer mehr Frauen ihre Schwangerschaft mit Gewichtsproblemen beginnen. In Finnland ist der Anteil der übergewichtigen Schwangeren innerhalb eines Jahrzehnts von 20,3 % auf 22,2 % und der adipösen Schwangeren von 10,7 % auf 13,3 % gestiegen.

Gleichzeitig hat sich die Prävalenz eines Gestationsdiabetes von 10,3 % auf 19,2 % nahezu verdoppelt. Dass die Gewichtsprobleme dafür verantwortlich sind, zeigt sich darin, dass 41,1 % der adipösen Frauen einen Gestationsdiabetes entwickeln, bei den übergewichtigen Frauen beträgt der Anteil 21,1 % gegenüber 8,2 % bei den normalgewichtigen Frauen.

Der Anstieg des Gestationsdiabetes hat zu der Befürchtung geführt, dass die Zahl der Kinder steigen könnte, die mit einem Herzfehler geboren werden. Denn ein Diabetes ist ein wichtiger Risikofaktor für diese Fehlbildung. Dies zeigt sich auch in einer Analyse von Eero Kajantie und Emmi Helle von der Universität Helsinki, die die Daten verschiedener Krankenregister für die Jahre 2006 bis 2016 abgeglichen haben. Von den 620.751 Kindern wurden 10.254 (1,65 %) mit einem Herzfehler geboren.

Wie erwartet war ein Typ-1-Diabetes der Mutter der wichtigste Risikofaktor. Kajantie und Helle ermitteln eine Odds Ratio von 3,71, die mit einem 95-%-Konfidenz­intervall von 3,16 bis 4,35 signifikant ist. Das erhöhte Risiko durch einen Typ-1-Diabetes ist seit längerem bekannt, ohne dass der Pathomechanismus geklärt werden konnte.

Die Forscher fanden auch für den Typ-2-Diabetes ein erhöhtes Risiko (Odds Ratio 2,01; 1,34-3,03). Für einen Gestationsdiabetes (Odds Ratio 1,05; 0,i8-1,13) sowie für eine Adipositas (Odds Ratio 1,00; 0,93-1,07) oder ein Übergewicht (Odds Ratio 0,98; 0,98-1,04) der Mutter war dagegen kein erhöhtes Risiko erkennbar, jedenfalls nicht in der Gesamtzahl der Herzfehler.

Bei den einzelnen Herzfehlern war ein mütterliches Übergewicht mit einer erhöhten Rate von komplexen Defekten (OR 2,24; 1,01-4,94) sowie von Fehlbildungen des linksventrikulären Ausflusstrakts (Odds Ratio 1,26; 1,07-1,49) assoziiert. Bei einer Adipositas wurde eine Assoziation mit komplexen Defekten (Odds Ratio 3,22; 1,31-7,92) und Fehlbildungen des rechtsventrikulären Ausflusstrakts (Odds Ratio 1,26; 1,01-1,55) gefunden. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER