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Ärzteschaft

Neue Herausforderungen für die Sicherheit von Blutprodukten

Mittwoch, 22. März 2023

/toeytoey, stock.adobe.com

Berlin – Blutprodukte sind in Deutschland außerordentlich sicher. Eine neue Herausforderung sind aber exotische Erreger wie das West-Nil-Virus, die sich in Folge des Klimawandels in einigen Regionen Deutschlands etabliert haben. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) hin.

„Patientinnen und Patienten brauchen sich nicht vor einer Übertragung des SARS-CoV-2 Virus durch Blutprodukte sorgen“, erläutert David Juhl vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, der bei der DGTI die Sektion Sicherheit von Blutprodukten leitet. Zum einen würden Menschen mit grippalen Infekten oder Erkältungssymptomen grundsätzlich von der Blutspende ausgeschlossen. Zum anderen konnten weltweit bislang keine infektiösen SARS-CoV-2 Viren im Spenderblut nachgewiesen werden und es wurden keine Übertragungsfälle durch Blutprodukte bekannt.

Durch den Klimawandel verbreiteten sich in Deutschland jedoch Erreger, die vor einigen Jahren hierzulande noch keine Rolle spielten. Ein Beispiel dafür ist laut der DGTI das West-Nil-Virus oder das eng verwandte Usutu-Virus. Diese werden üblicherweise durch heimische Mücken übertragen und verursachen dann meist harmlose Infektionen. Übertragungen durch Blutkonserven sind laut der Fachgesellschaft grundsätzlich möglich.

Die Blutspendedienste passen ihre Testung daher immer wieder gezielt an und viele haben laut der DGTI begonnen, die Blutspenden gezielt auf das West-Nil-Virus zu untersuchen. Im ersten Jahr wurde das West-Nil-Virus in 17 von 2,1 Millionen Blutspenden gefunden. Das Usutu-Virus wurde im Jahr 2020 zwölfmal und 2021 einmal nachgewiesen.

„Die Testung der Blutprodukte ist unverzichtbar und muss ständig weiterentwickelt werden, um die Sicherheit von Blutspenden auch in Zukunft zu gewährleisten“, betont Juhl. © hil/aerzteblatt.de

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