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Ärzteschaft

Bessere Vereinbarkeit von Lohn- und Sorgearbeit verlangt die junge DGIM

Montag, 24. April 2023

/dusanpetkovic1, stock.adobe.com

Wiesbaden – Eine sichere Kinderbetreuung, die Einhaltung von Arbeitszeiten, Jobsharing-Möglichkeiten sowie einen Kulturwandel fordert die junge Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) für eine bessere Ver­einbarkeit von Lohn- und Sorgearbeit. Davon sprachen heute Mitglieder bei einer Pressekonferenz anlässlich des 129. Kongresses der DGIM.

Gerade in der jüngeren Ärzteschaft steige die Zufriedenheit im Beruf mit einer besseren Vereinbarkeit, er­klär­te die Internistin Anja Vogelgesang vom evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende. Gerade in Zeiten des Ärztemangels sei es wichtig, ärztliches Personal in der Klinik zu halten.

Als Erstes nannte Matthias Raspe, Pneumologe und Intensivmediziner an der Charité, die Kinderbetreuung „Es ist die Grundvoraussetzung, dass man zum Arbeiten gehen kann“, sagte er. Das beziehe sich sowohl auf die Kita als auch auf die Schulzeit.

Als zweite Forderung nannte er die Einhaltung der vorgegebenen Arbeitszeiten. Man müsse für die Regeltä­tig­keit in der vorgegebenen Arbeitszeit schaffen können. Einer Umfrage des Marburger Bundes zufolge arbei­teten Ärztinnen und Ärzte durchschnittlich 50 anstelle von 40 oder 42 Stunden pro Woche.

Zudem müsse die Weiterbildung in Teilzeit möglich sein, sagte Raspe. „Da haben die neuen Weiterbildungs­ordnungen einen Schritt nach vorne gebracht.“ Immer wieder könnten bestimmte Rotationen, wie die Zeit auf der Intensivstation, aber nur in Vollzeit wahrgenommen werden, erklärte der Internist.

Die dritte Forderung der jungen DGIM bezog sich auf den Ausbau von Jobsharing-Möglichkeiten. „Das ist etwas, dass in Zukunft immer mehr kommen muss, dass man sich auch Führungsaufgaben teilt“, erklärte Raspe. Das werde dabei helfen, diese Stellen auch in Zukunft besetzt zu halten.

Kulturwandel auf allen Ebenen

Bereits jetzt gäbe es viele Kolleginnen und Kollegen, die in Teilzeit arbeiteten, sagte Raspe. „Die Situation ist schon da und das System muss sich jetzt noch darauf einstellen.“

Sowohl auf politischer Ebene, als auch auf den Führungsebenen und unter den Kollegen selbst müsse es Un­terstützung und Flexibilität geben. Die junge DGIM forderte daher, dass es einen Kulturwandel geben müsse.

Maßnahmen, die auf allen Ebenen stattfinden könnten, seien in einem Handbuch der Bundesärztekammer (BÄK) „Familienfreundlicher Arbeitsplatz für Ärztinnen und Ärzte“ zu finden, sagte Raspe.

„Wir denken, dass Carearbeit kein Frauenthema ist, sondern uns alle angeht“ erklärte zudem Anahita Fathi vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Sprecherin der Jungen DGIM. © mim/aerzteblatt.de

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