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Neues Forschungszentrum: Psychisch Kranke erhalten Mitspracherecht

Montag, 15. Mai 2023

/radachynskyi, stock.adobe.com

Berlin/ Potsdam – Menschen mit psychischer Erkrankung sollen systematisch Mitspracherecht bei der For­schungsgestaltung eines neuen Gesundheitszentrums mit Sitz in Berlin und Potsdam erhalten.

„Wenn wir die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen fördern wollen, müssen wir Betroffene und Angehörige auf allen Entscheidungsebenen mit einbeziehen“, sagte der Psychiater an der Berliner Charité, Andreas Heinz.

Der Standort Berlin/Potsdam ist einer von sechs bundesweiten Standorten des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG), dessen zweijährige Aufbauphase am 1. Mai begonnen hat. Das Bundesfor­schungs­ministerium stellt jedem Standort knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Die anderen fünf Standorte des DZPG sind in Bochum, Jena, Mannheim, München und Tübingen angesiedelt. Ziel des DZGP ist es, psychische Erkrankungen besser zu verstehen und wirksamere Verfahren für Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln.

Am Standort Berlin/Brandenburg haben die Wissenschaftler zu Beginn des Monats ihre Arbeit aufgenommen. Mit dabei sind Fachleute der Charité, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Potsdam, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, des Robert-Koch-Institut, des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke sowie Partner aus Freiburg und London.

Sie werden sich künftig etwa damit beschäftigen, wie sich das soziale Umfeld sowie Armut und Migration auf die psychische Gesundheit auswirken, erklärte Heinz, der Sprecher des Standorts Berlin/Potsdam ist. Unter dem Ansatz der partizipativen Forschung werden Betroffene und Angehörige durch ein eigenes Stimmrecht direkt in Forschungsfragen und die Forschungsgestaltung mit einbezogen. Bisher sei das in Deutschland nicht die Regel.

„So kommen wir auf Fragen, auf die Professionelle gar nicht kommen“, sagte Heinz zum neuen Konzept. Für die Teilnahme erhielten Betroffene und Angehörige Sitzungsgelder – das ermögliche einen Austausch auf Augenhöhe, sagte der Psychiater. Oft erfolge die Beratung nur auf ehrenamtlicher Ebene. © dpa/aerzteblatt.de

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