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Medizintechnik­verbände warnen vor pauschalem Verbot von PFAS

Donnerstag, 25. Mai 2023

/fotomueh, stock.adobe.com

Berlin – Die beiden Medizintechnikverbände BVMed und Spectaris warnen in einem gemeinsamen Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) vor „verheerenden Auswirkungen“, sollte es auf Ebene der Euro­päischen Union (EU) zum pauschalen Verbot von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) kommen. Diese seien für viele Medizinprodukte „unverzichtbar und alternativlos“, so die Verbände.

Die europäische Chemikalienagentur ECHA hat den Entwurf einer umfassenden PFAS-Beschränkung im Januar 2023 vorgelegt. EU-Rat und EU-Parlament sind laut den Medizintechnikverbänden dabei deutlich zu spät eingebunden worden.

Sie appellieren an die deutsche Gesundheitspolitik, die Brüsseler Initiative „eiligst in den Blick“ zu nehmen, sich in das Verfahren einzuschalten und pauschale Regelungen ganzer Stoffgruppen zu verhindern.

„Den PFAS wird in Medizinprodukten genau die technische Eigenschaft zum politischen Verhängnis, wegen der sie eingesetzt werden: ihre Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit am und im menschlichen Körper“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben an das BMG.

PFAS sind für die Medizintechnik laut den Verbänden Hochleistungs-Werkstoffe, die entscheidende medizi­nisch-technische Fortschritte der letzten Jahrzehnte überhaupt erst ermöglicht hätten.

Medizinprodukte wie Inkubatoren für Neugeborene, Herz-Lungen-Maschinen oder Implantate wie Herzschritt­macher, Stents oder Gelenke, aber auch Produkte mit Blutkontakt oder Verpackungen für steril in Verkehr ge­brachte Medizinprodukte könnten bei einem Verbot nicht mehr hergestellt und verwendet werden, warnen die beiden Medizintechnik-Verbände.

Spectaris und BVMed betonten, es genüge nicht, das Verfahren abzuwarten. „Es besteht dringender politischer Handlungsbedarf, denn es werden angesichts des unsicheren Ausgangs der Regulierung bereits jetzt negative Standortentscheidungen getroffen“, warnen die Verbände.

„Die Stoffgruppe der PFAS umfasst nach letzten Schätzungen mehr als 10.000 verschiedene Stoffe“, informiert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

PFAS kommen nicht natürlich vor und werden erst seit den späten 1940ern hergestellt. Chemisch gesehen be­stehen die organischen Verbindungen aus Kohlenstoffketten verschiedener Längen, bei denen die Wasser­stoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. © hil/aerzteblatt.de

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