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Krebsforscher Harald zur Hausen ist tot

Dienstag, 30. Mai 2023

Harald zur Hausen, Nobelpreisträger für Medizin und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums ist am Wochenende verstorben. /picture alliance, Uli Deck

Heidelberg – Der Krebsforscher und Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen ist tot. Er starb vorgestern im Alter von 87 Jahren, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) gestern Abend mittteilte.

„Mit ihm verlieren wir einen herausragenden Wissenschaftler, der auf dem Gebiet der Tumorvirologie bahn­brechende Leistungen erbracht hat“, sagte Michael Baumann, Vorstandvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ. Zur Hausen leitete 20 Jahre die renommierte Forschungseinrichtung.

Der international bekannte Virologe galt als geistiger Vater eines breit angewandten Impfstoffs gegen Gebär­mutterhalskrebs und andere Tumore, was ihm 2008 den Nobelpreis für Medizin einbrachte.

„Ohne Übertrei­bung kann man sagen, dass Harald zur Hausen damit eine ganz neue Dimension der Krebs­prä­vention eröffnet hat“, sagte Baumann. Zuletzt hatte der Wissenschaftler an einem möglichen Zusammenhang zwischen Milch- und Rindfleischkonsum und der Entstehung von Brust- und Darmkrebs geforscht.

Zur Hausen wurde am 11. März 1936 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte in Bonn, Hamburg und Düsseldorf Medizin. Anfang der 1980er-Jahre erbrachte er den Nachweis, dass bestimmte sexuell übertragbare Hautwar­zenviren – Humane Papillomviren (HPV) – Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Damit schuf er die Voraussetzung für die Entwicklung eines Impfstoffes, der seit 2006 auf dem europäischen Markt zugelassen ist. Anfangs war die Skepsis unter Kollegen groß, wie zur Hausen einmal erzählte.

1983 wurde zur Hausen zum Leiter des DKFZ berufen. Auch nach seiner Auszeichnung mit dem Medizin-No­bel­preis im Jahr 2008 galt sein vorrangiges Interesse der Rolle von Virusinfektionen bei der Krebsentstehung. Bis ins hohe Alter kam er ins DKFZ und forschte an Erregern, die mit der Entstehung von Brust- und Darm­krebs in Verbindung stehen könnten.

Im Verlauf seines Forscherlebens wurde zur Hausen mit einer beeindruckenden Vielzahl akademischer Aus­zeichnungen geehrt. Er war Träger von fast 40 Ehrendoktorwürden und zahlreicher Ehrenprofessuren.

Die Krönung seiner wissenschaftlichen Laufbahn erfuhr er 2008 mit der Verleihung des Nobelpreises für Me­dizin. 2009 erhielt zur Hausen das große Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesre­publik. Im Jahr 2017 ernannte ihn die Stadt Heidelberg zum Ehrenbürger. © dpa/aerzteblatt.de

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