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Zunahme von psychischen Störungen in den ersten beiden Jahren der Coronapandemie bei Kindern und Jugendlichen

Mittwoch, 21. Juni 2023

/Jamie Wilson, stockadobecom

Berlin – In den ersten beiden Jahren der COVID-19-Pandemie hat sich die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen deutlich verschlechtert. Neue Zahlen dazu gibt jetzt eine Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Die Forschungsgruppe analysiert darin den Zeitraum von 2014 bis 2021 auf der Basis von vertragsärztlichen Abrechnungsdaten. „Insgesamt haben wir dabei Einblick in die vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Gesundheitsdaten von knapp zwölf Millionen jungen Versicherten und damit 84 Prozent der jungen Bevölkerung in Deutschland nehmen können – von der Geburt bis an die Schwelle zur Volljährigkeit“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Danach waren jugendliche Mädchen besonders stark betroffen. Vor allem in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 zeigte sich bei ihnen eine deutlich überpro­portionale Zunahme neu diagnostizierter Depressionen und Essstörungen: Von 2019 auf 2021 ist die Inzidenz depressiver Störungen insgesamt um 27 Prozent angestiegen.

In der Altersgruppe der 15- bis 17-jährigen Mädchen lag sie dreimal so hoch wie bei den gleichaltrigen Jungen. Im gleichen Zeitraum nahm die Diagnoseinzidenz von Anorexie sogar um 74 Prozent zu. 2021 sind bei jugendlichen Mädchen Essstörungen 14-mal häufiger vertragsärztlich diagnostiziert worden als bei Jungen.

Die Inzidenz von Verhaltens- und emotionalen Störungen lag im gesamten Untersuchungszeitraum 2014 bis 2021 bei Jungen regelmäßig höher als bei Mädchen. Allerdings nahmen diese Störungen über die Jahre ab. Insgesamt ging die Inzidenz im Studienzeitraum um acht Prozent zurück. Dies entspricht im Mittel einer jährlichen Reduktionsrate von 1,2 Prozent – allerdings mit einer einmaligen Unterbrechung 2019 und einem Wiederanstieg im Jahr 2021.

„Kindheit und Jugend stellen aufgrund ihrer spezifischen Entwicklungsschritte sowie wachsender altersabhängiger Anforderungen eine besonders vulnerable Lebensphase dar, die sowohl auf die körperliche als auch die seelische Gesundheit im weiteren Lebenslauf Einfluss nehmen kann“, sagte von Stillfried. Er warnte, es sei davon auszugehen, dass durch einen erschwerten Zugang vor allem in die psychotherapeutische Versorgung die Zahl der psychisch belasteten Kinder und Jugendlichen noch höher liege, als die Studie nahelege. © hil/aerzteblatt.de

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