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Medizin

Täglicher Limokonsum mit erhöhtem Leberkrebsrisiko assoziiert

Freitag, 11. August 2023

/Elena, stock.adobe.com

Columbia – Bei postmenopausalen Frauen ist der Konsum von zuckergesüßten Getränken offenbar mit einem erhöhten Risiko für Leberkrebs sowie einer erhöhten durch chronische Lebererkrankungen bedingten Morta­lität assoziiert – und dies bereits ab einem Glas Limonade am Tag. Für Light-Getränke scheint dies dagegen nicht zu gelten, wie neue Studienergebnisse in JAMA zeigen (2023; DOI: 10.1001/jama.2023.12618).

Erstautor Longgang Zhao vom Department of Epidemiology and Biostatistics an der Arnold School of Public Health der University of South Carolina in Columbia, USA, und seine Kollegen schlossen in die prospektive Kohortenstudie 98.786 postmenopausale Frauen im Alter von 50-79 Jahren ein. Sie alle waren Teilnehmerin­nen der Women’s Health Initiative von 1993-1998 und wurden bis März 2020 nachbeobachtet.

Die Konsummenge an zuckergesüßten Getränken zu Studienbeginn wurde mit Hilfe von Verzehrshäufigkeits­fragebögen ermittelt, gezählt wurden dabei Limonaden (Soft Drinks) und fruchtsafthaltige Süßgetränke (aber nicht Fruchtsaft). Die Aufnahme an mit künstlichen Süßstoffen gesüßten Getränken (Light-Getränke) wurde beim 3-Jahres-Follow-up gemessen.

Bei gezuckerten Getränken zählt die Häufigkeit

Im Verlauf von median 20,9 Jahren erkrankten 207 Frauen an Leberkrebs und 148 starben an einer chroni­schen Lebererkrankung. Darunter fielen die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, Leberfibrose, Zirrhose, alkoholische Lebererkrankung und chronische Hepatitis.

Zu Studienbeginn nahmen 6,8 % der Frauen mindestens ein zuckergesüßtes Getränk (ca. 350 ml) am Tag zu sich. Bei 13,1 % war es mindestens ein Light-Getränk pro Tag beim 3-Jahres-Follow-up.

Im Vergleich zu Teilnehmerinnen, die höchstens 3 zuckergesüßte Getränke im Monat tranken, hatten diejeni­gen, die mindestens eines am Tag zu sich nahmen, ein signifikant höheres Risiko für Leberkrebs (18,0 vs. 10,3 pro 100.000 Personenjahre, aHR 1,85; p=0,01).

Auch die Mortalität durch chronische Lebererkrankungen war bei den täglichen Limonadentrinkerinnen signifikant höher (17,7 vs. 7,1 pro 100.000 Personenjahre, aHR 1,68; p=0,04).

Light-Getränke erhöhen das Risiko nicht

Eine entsprechende Assoziation mit Light-Getränken zeigt die Studie dagegen nicht: Im Vergleich zu Teilneh­merinnen, die höchstens 3 Light- Getränke im Monat tranken, hatten diejenigen, die mindestens eines am Tag tranken, kein signifikant höheres Risiko für Leberkrebs (11,8 vs. 10,2 pro 100.000 Personenjahre; aHR 1,17; p=0,55) oder durch chronische Lebererkrankungen bedingte Mortalität (7,1 vs. 5,3 pro 100.000 Personenjahre; aHR 0,95; p=0,88).

„Bei postmenopausalen Frauen ist der Konsum von mindestens einem zuckergesüßten Getränk am Tag – im Vergleich zu höchstens 3 solchen Getränken im Monat – mit einer erhöhten Leberkrebsinzidenz sowie einer erhöhten durch chronische Lebererkrankungen bedingten Mortalität assoziiert“, fassen die Autoren zusammen. Welche biologischen Mechanismen dieser Assoziation zugrunde lägen, müssten weitere Studien zeigen. © nec/aerzteblatt.de

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