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Politik

Kusch: Aktive Sterbehilfe ist weit verbreitet

Freitag, 3. Februar 2006

Hamburg - Aktive Sterbehilfe ist nach den Worten von Hamburgs Justizsenator Roger Kusch (CDU) in Deutschland bereits jetzt weit verbreitet. Sie werde in einem Prozent aller Todesfälle angewandt, sagte er am Freitag unter Berufung auf Mediziner. Gegen die von Kusch angeregte Legalisierung aktiver Sterbehilfe sprach sich Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) aus. Viele Menschen hätten Angst, dass dies dem Missbrauch Tür und Tor öffne.

Der Hamburger Strafrechtler Reinhard Merkel sagte bei der Podiumsdiskussion in der Hamburger Bucerius Law School, schon heute gebe es eine allgemein anerkannte Form der indirekten aktiven Sterbehilfe. Die Schmerzminderung um den Preis der Lebensverkürzung werde „bis zum Papst in Rom“ gutgeheißen. Die katholische Kirche hält es für legitim, wenn eine Schmerzbehandlung zur Eindämmung unerträglicher Leiden im Nebeneffekt zu einer Verkürzung des Lebens führt. Diese dürfe aber nicht intendiert sein.

Am Rande der Veranstaltung sagte Merkel, die von Kusch genannte Quote von einem Prozent sei vermutlich viel zu niedrig angesetzt. Den Vorstoß des Justizsenators, aktive Sterbehilfe mit einer Reihe von Indikationen zu erlauben, lehnte er als in der Öffentlichkeit nicht durchsetzbar ab. Der Wissenschaftler warnte unter anderem vor einem „Kulturkampf mit den Kirchen“.

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Merk wies auf die Defizite bei der Schmerzbehandlung und im Hospizwesen hin. Viele Ärzte seien nicht auf die Palliativmedizin vorbereitet. Auch müsse die Möglichkeit passiver Sterbehilfe deutlicher gemacht werden. Viele Menschen fürchteten, „dass sie am Ende ihres Lebens nicht sterben können, sondern gestorben werden“, so die Ministerin. Sie verlangte eine klare Regelung für Patientenverfügungen. Die Ärzte müssten sich daran halten und die Behandlung auf Wunsch des Patienten beenden. © kna/aerzteblatt.de

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