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Krebsforschung: „Wir müssen völlig neue Allianzen schaffen“

Donnerstag, 9. März 2006

Berlin - Im Bereich der Krebsforschung gibt es in Deutschland viele Schwachpunkte: Junge Ärzte finden beispielsweise neben der Krankenversorgung zu wenig Zeit für die klinische Forschung. Therapieoptimierungsstudien werden fast ausschließlich von der Deutschen Krebshilfe finanziert. Vielversprechende innovative Forschungsansätze gelangen nicht rasch genug in die Praxis. Doch wenn die beteiligten Akteure stärker als bisher kooperierten, ließen sich manche strukturellen Defizite in der Krebsforschung trotz knapper finanzieller Ressourcen beheben. Zu diesem Ergebnis gelangten Fachleute am 9. März in Berlin im Rahmen der ersten Diskussionsveranstaltung „Ärzteblatt-Wortwechsel“, die dem Thema „Krebsforschung“ gewidmet war. Eingeladen hatten die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Ärzteblatt.

Es genüge nicht, ein paar pfiffige Köpfe hin und wieder zusammenzubringen, betonte Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungs­zentrums Heidelberg. Notwendig sei vielmehr eine konzertierte Aktion von Forschung, Medizin und Wirtschaft: „Wir müssen völlig neue Allianzen schaffen.“ Als einen zukunftsweisenden Ansatz bezeichnete Wiestler die Einrichtung einer begrenzten Anzahl von onkologischen Spitzenzentren nach US-amerikanischem Vorbild. Auch Dr. Petra Hintze, Programmdirektorin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, regte an, stärker als bisher in Verbünden zu arbeiten und sich im Rahmen der Exzellenzeninitiative von Bund und Ländern um Förderung zu bemühen.

Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann, Vorsitzender des Fachausschusses Therapiestudien der Deutschen Krebshilfe, appellierte an die Kostenträger, allen voran die Krankenkassen, sich an der Finanzierung von klinischen Studien zu beteiligen.

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„Therapievergleichsstudien sollten von den Kostenträgern mitfinanziert werden“, befand auch Dr. Peter Lange, Ministerialdirigent des Bun­des­for­schungs­minis­teriums. Lange verwies darauf, dass der Bund in den vergangenen Jahren viele Projekte und damit zugleich strukturelle Veränderungen im Bereich der Krebsforschung anzustoßen versucht habe. Eine Dauerfinanzierung von Vorhaben sei jedoch nicht möglich. © Rie/aerzteblatt.de

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