Politik

In der Koalition bahnt sich ein Streit um Heroin auf Krankenschein an

Montag, 3. April 2006

München - In der Regierungskoalition bahnt sich ein Konflikt über die kontrollierte Abgabe von Heroin an Abhängige an. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), sagte dem Magazin „Focus“: „Auf Basis der positiven Studienergebnisse würde ich eine begrenzte Einführung der heroingestützten Behandlung für sinnvoll halten.“ Dem Argument, dass die Abgabe von Heroin an Süchtige teurer sei als deren Versorgung mit Ersatzstoffen wie Methadon, begegnete Bätzing mit den Worten: „Es sinken die Aufwendungen für Kriminalitätsbekämpfung und gesundheitliche Folgekosten.“

Die erste Auswertung der seit 2002 in sieben deutschen Städten laufenden Heroinstudie zeigt dem Magazin zufolge, dass es jenen der 1.032 Probanden, die bis zu dreimal am Tag eine Ration in Empfang nehmen und sich die Droge spritzten, besser ging. 57 Prozent der mit Heroin Versorgten erfüllten die „Hauptzielkriterien“ der gesundheitlichen Besserung und des verringerten zusätzlichen Drogenkonsums. In der Methadongruppe waren es nur 45 Prozent.

Die Fachbereichssprecherin der Unions-Fraktion, Maria Eichhorn (CSU), stellte das Projekt infrage. „Für uns steht noch nicht fest, ob der Erfolg der Studie den Aufwand und die gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Therapie rechtfertigt“, sagte sie. Nach Informationen des Blattes fühlen sich CDU und CSU außerdem überrumpelt, weil bereits ein Antrag auf Zulassung von Heroin gestellt worden ist. /ddp

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