Ausland

Transplantationsmedizin: Großbritannien erlaubt anonyme Lebendspende

Mittwoch, 26. April 2006

London - Die britische Regierung will die Bedingungen für eine Lebendspende flexibler gestalten. Bisher durften, wie in Deutschland, nur Verwandte oder „emotional“ eng verbundene Menschen anderen ein Organ spenden. Dadurch sollte ein illegaler Organhandel verhindert werden. Die Regelung hat jedoch auch die Überkreuz-Lebendspende erschwert. Dabei erhält ein  Organempfänger ein Organ von einer ihr anonymen Person, wenn sein Lebenspartner dafür dem anderen Paar ein Organ zur Verfügung stellt.

In der Regel tauschen zwei Paare, obwohl theoretisch auch ein größerer Ringtausch möglich wäre. Dieser scheitert jedoch häufig an organisatorischen Gründen. Die Operationen müssen nämlich gleichzeitig durchgeführt werden, um den Rückzug eines Spenders zu verhindern. In Großbritannien wird es ab September 2006 möglich sein, an einer anonymen Überkreuz-Lebendspende teilzunehmen. Auch die Spende aus altruistischen Gründen soll erlaubt werden.

Die Human Tissue Authority hofft, dass die neue Regelung zu einer Zunahme der verfügbaren Organe führt. An der Universitätsklinik Essen wurde ein spezielles Kennenlernprogramm für die Teilnehmer der Überkreuz-Spende eingeführt. Die sich fremden Paare treffen sich vor der Spende, um die vom Gesetz geforderte „besondere persönliche Verbundenheit“ zu entwickeln. Der Kontakt soll auch nach der Operation durch jährliche Treffen aufrechterhalten werden. Die ersten Transplantationen fanden im September 2005 statt. Umfragen zeigen, dass viele Spender lieber anonym bleiben würden. In den USA und den Niederlanden wird ein solches anonymes „Cross-over“ bereits praktiziert. /rme

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