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Politik

Wissenschaftler: Bezahlung für Organspende nicht ausschließen

Freitag, 12. Mai 2006

Berlin - Wissenschaftler haben sich gegen eine Tabuisierung der Bezahlung für Organspenden ausgesprochen. Angesichts der Risiken für den Spender könne eine Vergütung helfen, den Mangel an Spenderorganen in Deutschland zu beheben, sagten Mitglieder einer Forschungsgruppe der Europäischen Akademie am Freitag in Berlin. Wichtig dabei sei, die Organspende zu staatlich festgelegten, nicht verhandelbaren Preisen zu entgelten. Dies könne einen unkontrollierten Organhandel ausschließen. Die Experten äußerten sich bei der Vorstellung einer Studie zu Organspenden in Deutschland.

Mit Blick auf die ebenfalls geringe Zahl von Spenderorganen, die Verstorbenen nach dem Tod entnommen werden, forderten die Forscher die Einrichtung eines bundesweiten Organspendenregisters und die Einführung einer Widerspruchslösung wie in Spanien oder Österreich. Dabei würde die Erklärungslast verkehrt. Statt wie bisher die Bereitschaft zur Organspende zu erklären, gilt bei der Widerspruchlösung zunächst jeder als Organspender, kann aber per Erklärung die gesetzliche Zuschreibung als Spender aufheben. Zu dieser Regelung gibt es jedoch verfassungsrechtliche Bedenken.

Die Wissenschaftler regten zudem an, die eigene Spendenbereitschaft als Kriterium bei der Organzuteilung einzuführen, um die Bereitschaft zur Organspende zu steigern. In Deutschland warten nach Angaben der Experten etwa 12.000 Patienten auf ein Spenderorgan, knapp 1.000 Menschen sterben jährlich auf den Wartelisten. Die Studie „Organmangel. Ist der Tod auf der Warteliste unvermeidbar?“ erscheint im Springer-Verlag.  /kna

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