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Ausland

Weltbank: Klaffende Ungleichheit bei Gesundheitsausgaben

Freitag, 26. Mai 2006

Washington - Die Weltbank verzeichnet ein enormes Ungleichgewicht zwischen Entwicklungs- und Industriestaaten bei den Gesundheitsausgaben weltweit. Nur zwölf Prozent der gesamt en Ausgaben seien 2002 in Staaten mit mittleren und geringen Einkommen aufgebracht worden, heißt es in einem am Donnerstag in Washington vorgestellten Weltbank-Bericht. Die Gruppe der reichen Staaten wende durchschnittlich hundert Mal mehr Geld pro Kopf für das Gesundheitswesen auf als die anderen Länder.

Laut Weltbank-Definition gilt als reicher Staat, wenn das jährliche Bruttonationaleinkommen pro Kopf 7.350 Euro überschreitet. In Deutschland lag es 2003 bei etwa 20.800 Euro. Die weltweit steigenden Kosten des Gesundheitswesens stelle besonders die armen Länder vor enorme Herausforderungen, analysiert die Weltbank.

Trotz gewachsener Anstrengungen, die medizinische Versorgung in Entwicklungsstaaten voranzutreiben, seien allein 2005 drei Millionen Menschen an Aids gestorben. Obwohl Tuberkulose unter angemessenen Versorgungsbedingungen gut therapiert werden kann, stürben täglich 5.000 vor allem junge Patienten an der Lungenkrankheit, hält der 323-seitige Bericht fest. Ähnliches gelte für Malaria.

Um die von den Vereinten Nationen formulierten Millenniumsziele zur Krankheitsbekämpfung und Senkung von Kindersterblichkeit zu erreichen, müssten jährlich zwischen 20 bis 55 Milliarden Euro mehr aufgebracht werden.

Die Weltbank verweist in ihrer Analyse „Gesundheitsfinanzierung - Richtlinien für die Praxis“ zugleich auf eine wachsende Bedeutung privater Entwicklungshilfe für das Gesundheitswesen hin. Dazu zählt die Weltbank etwa Gelder aus Stiftungen und Privatinitiativen. Derzeit würden weltweit rund ein Fünftel der Mittel zur Entwicklung des Gesundheitswesens in armen Staaten privat finanziert. 1990 sei der Anteil noch zu vernachlässigen gewesen.

Die Gesundheitsexperten kritisieren, die internationale Gemeinschaft sei weiterhin weit von ihrer Zusage entfernt, mittelfristig 0,54, später 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens der Industriestaaten für die Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden. Der enorme Graben zwischen Reich und Arm lasse sich auch an den Unterschieden bei der Lebenserwartung ablesen. In Afrika liege sie vor allem wegen der sich weiter ausbreitenden HIV-Epidemie bei 47 Jahren, in Deutschland weit über 70. /kna

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