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Medizin

Alkohol beeinflusst Herzkrank­heitsrisiko geschlechts­spezifisch

Freitag, 26. Mai 2006

London - Ob Alkohol vor Herzkrankheiten schützt, hängt von der Art des Konsums und vom Geschlecht des Trinkers ab. Das haben dänische Forscher in einer Studie mit mehr 50.000 Teilnehmer gezeigt. Demnach ist bei Männern die Häufigkeit des Trinkens der entscheidende Faktor für eine positive Wirkung auf das Herz, während bei Frauen eher die Menge ausschlaggebend ist - unabhängig davon, ob sie diese über mehrere Tage verteilt oder auf einmal zu sich nehmen. Dieser bislang unbekannte Geschlechtsunterschied könnte möglicherweise erklären, warum frühere Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen sind. Über ihre Arbeit berichten Janne Tolstrup vom Zentrum für Alkoholforschung in Kopenhagen und ihre Kollegen im British Medical Journal (2006; 332: 1244 ).

Die Wissenschaftler befragten 28.448 Frauen und 25.052 Männer im Alter von 50 bis 65 Jahren zu ihren Trinkgewohnheiten und beobachteten sie anschließend im Durchschnitt fünfeinhalb Jahre lang. Die teilnehmenden Frauen konsumierten im Schnitt 5,5 alkoholische Getränke pro Woche und die Männer 11,3. Insgesamt traten während der Studiendauer bei den Frauen knapp 750 und bei den Männern 1.283 koronare Herzerkrankungen auf. Nachdem die Wissenschaftler andere Risikofaktoren herausgerechnet hatten, berechneten sie das statistische Risiko für eine Herzkrankheit in Abhängigkeit von den Trinkgewohnheiten der Probanden.

Bei den Frauen stellten sie dabei fest, dass die Häufigkeit des Alkoholkonsums wenig ausschlaggebend ist. So reduzierte täglicher Alkoholkonsum das Risiko um 35 Prozent und damit praktisch genauso stark wie Alkoholgenuss einmal pro Woche mit 36 Prozent. Allerdings stieg Risiko, wenn seltener oder nie Alkohol konsumiert wurde. Bei den Männern zeigte sich ein anderes Bild: Männer, die täglich tranken, hatten der Studie zufolge mit einem um 41 Prozent reduzierten Risiko die geringste Wahrscheinlichkeit für koronare Herzkrankheiten. Wöchentlicher Alkoholkonsum bescherte Männern dagegen nur eine Verminderung des Risikos um 7 Prozent.

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Die Wissenschaftler warnen davor, die Ergebnisse der Studie als eine Lizenz für vorbehaltlosen Alkoholkonsum misszuverstehen. Die negativen Auswirkungen von starkem Alkoholkonsum, die vor allem die Leber betreffen, überschatteten nach wie vor die positiven Effekte, mahnen sie. Die Studie eröffnet jedoch neue Ansatzpunkte, da sie erstmals eine geschlechtsspezifische Wirkung von Alkoholkonsum in Bezug auf koronare Herzkrankheiten nachweist. © ddp/aerzteblatt.de

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